Da dachte ich vor drei Wochen, jetzt sind Ferien und da schrubbt es mit der Arbeit und allem, was sonst noch anliegt, und was passiert ... Natürlich, irgenwas is ja immer.
KindGroß machte zwei Wochen Ferienjob, soweit, sogut. Weniger für mich, denn ich musste auch in den Ferien um halb sechs raus, um den Penner morgens aus dem Bett zu kriegen.
Das hat er von mir - Aufstehen gehört nicht wirklich zu unseren Leidenschaften.
KindKlein derweil - als Langschläferin eingestuft - zog es vor, in der ersten Ferienwoche so aufzustehen, als sei noch Schule.
Also nix mit ruhigen Vormittagen. Ab Ferienmitte dann beschloss KindKlein außerdem, krank zu werden. Fieber, tagelanger Husten und am Ende eine Lungenentzündung ... da weiß Mama, wie sie auf Trab bleibt. Ein Lazarett war ein Scheißdreck in der Woche im HausD.
Vergangenen Montag hatten KindGroß, Patenkind und ich auch noch das Vergnügen, einer Gerichtsverhandlung im fernen Marburg beiwohnen zu müssen. Also "müssen" mussten die Kinder, da als Zeugen geladen.
Versteht sich von selbst, dass man minderjährige Lausbengel nicht alleine vor den Kadi schickt. Davor drücken ist schlecht - im Kleingedurckten stehen Sachen, da rollen sich einem die Fußnägel hoch. Schwere Erkankungen, die ausreichend für ein Fernbleiben gewesen wären, waren auch nicht in Sicht ... also Augen zu und durch.
Eine Art Sammelverhandlung, die da gegen sieben oder acht Rabauken vorm Jugendschöffengericht gehalten wurde.
Sohnemann und Patenkind hatten die A-Karte gezogen, da sie einen Akt von räuberischer Erpressung mitbekommen haben, der ganz zum Schluss separat verhandelt wurde, als alle anderen Zeugen schon heimgeschickt worden waren. Nicht aus allernächster Nähe und in vollem Umfang, aber offensichtlich ausreichend, um eben geladen zu werden.
Das war ein ordentliches Ding - gegen elf waren wir da, gegen halb drei etwa wieder auf dem Heimweg.
Und natürlich kamem das Kind und das Patenkind zuallerletzt dran, was wir vorher nicht wussten. Es hätte also gereicht, wenn wir gegen zwei aufgetaucht wären.
Immerhin kriegen wir 55 Euro Nachteilsentschädigung. Ist ja auch mal was.
Ich war trotzdem nicht very amused ob dieses vergeudeten Tages.
Ein kleines Highlight allerdings gab es schon, denn der mit Dummheit gesegnete Erzeuger des angeklagten Sprosses, gegen den es was auszusagen gab, versuchte zum wiederholten Mal, die Jungs einzuschüchtern. So nach dem Motto: "Wehe ihr sagt was Schlechtes über meinen lieben Jungen, dann aber ..."
Schon vor ein paar Wochen hat er das Kind deswegen dämlich angemacht. Und da der Dreistigkeit keine Grenzen gesetzt sind, hat er es sogar in einer Verhandlungspause draußen vor dem Gericht noch mal versucht, was die Kids relativ gelassen hingenommen haben.
Weniger gelassen war dann meine Reaktion, als die Jungs mir davon erzählten. Auf dem Absatz rum, wieder hoch in den Flur vor dem Verhandlungszimmer und den dumpfbackenen Flachwichser - am Kaffeeautomaten stehend - zur Räson gezogen. Kurz auf 180 hochgekocht vor Wut. Und laut genug, dass es alle Wartenden im Flur mitbekamen, schlug ich ihm vor, mit mir zum Richter zu gehen, um ihm zu erzählen, was er da gerade versucht.
Nennt man das Beeinflussung von Zeugen? Drohung würde ich dazu nicht sagen. Wenn man den Deppen sieht, der seinen IQ auch außen herumträgt und insgesamt seine liebe Last hat, den Hosenbund unter den Achseln festzuklemmen, möchte man ihn eher auslachen als vor Angst weichen. Wenn man ihn nicht kennt, vielleicht auch Mitleid haben.
Sollte es eines Tages eine qualitative Auswahl menschlicher Daseinsberechtigungen geben, wäre das wahrscheinlich ein Kandidat, der gleich in die Tonne „genetischer Abfall“ wandert.
„Ich habe doch nicht – nöö, ich sag nichts – ich sag ja nichts mehr, nö nö … ich hab doch nicht, nö nö … ich sag jetzt gar nichts mehr …“
So ungefähr war die Reaktion, kopfschüttelnd, trotzig wie ein auf den Schwanz getretener Pavian, knallrot anlaufend, Augen auf den Boden und das Loch gesucht, das ihn fressen würde.
Der und seine Brut sind eh schon jahrelang auf Kriegsfuß mit uns und allen möglichen anderen Leuten, die nicht auf dämliches Gequatsche oder intgriante Spielchen stehen und sich von denen einlullen lassen.
Leider sinds auch noch entfernte Nachbarn, die mir eigentlich die liebsten sind.
Schade nur, dass es verboten ist, sie selbst zu entfernen.
Tja, und nach dem Unerfreulichen auch Lichtblicke:
Ganz eifrig im aktuellen und sehr schönen Auftrag verwurschelt und die
Weihnachts-Leichen sind auch raus – ha ha!
Wann sie genau lieferbar sind, sag ich noch.