10. 05. 08

Tag 7 - Home, sweet home

Das war’s nun. Wir schreiben Freitagnacht, oder Samstagmorgen, und die Jobwoche neigt sich dem Ende. Hundertausend neue Sachen habe ich wahrgenommen, gesehen und genossen, viel Altbekanntes getroffen, ne ganze Menge gearbeitet und Sonnenbrände kassiert, Hände geschüttelt von Menschen, deren Autogramme von anderen gesammelt werden und seit Ewigkeiten mein Element Wasser mal wieder an seinen Basics besucht – wow, ich liebe das Meer noch immer – und festgestellt, dass einfach jeder zum Kacken die Knie krumm machen muss, egal wie bekannt und wichtig oder unbekannt und nichtwahrgenommen man ansonsten ist.
So schön es auch hier ist, ich freue mich unglaublich aufs Heimkommen, darauf, meine Süßen wieder durchzuknuddeln, die hässliche Straße zu dem hässlichen Haus hochzufahren, in dem die liebsten Menschen auf der Welt wohnen, das Geschrei zu hören, vor dem ich – ein bisschen, zugegeben – geflüchtet bin und in den öden Alltag an gewohnten Plätzen einzutauchen, die einem ohne Unterbrechung ja manchmal sowas von auf den Senkel gehen, dass man oft nur noch weglaufen möchte.
Obschon die vergangen Tage auch anstrengend waren, habe ich im Koffer ordentlich Kraft, Relax und Ausdauer für die nächsten Wochen und Monate drin, neben Schnickschnack als Mitbringsel, vielen heißen Infos, mit denen ich reich werden könnte, und einem ziemlich warmen Gefühl von Achtung über eine gewaltige Leistung, der ich wünsche, dass sie sich in absehbarer Zeit in einen bahnbrechenden Erfolg verwandelt.
Obwohl hier, irgendwie in Afrika, alles schon ein bisschen wie zuhause ist – man kennt das ja: Kinder, Mann, Haushalt, Stress mit dies und das … da ändert weder Land noch Lebenslauf was dran … ein Leben im Taubenschlag – ist es doch neu und auch fremd gewesen, vertrautneu und vertrautfremd. Schön und befremdlich, lehrreich und aufmunternd, sehr fantastisch und auch altbekannt.
Nun hoffe ich vor mich hin, dass das Ergebnis dieses Jobs seine Früchte tragen wird. Ganz ist er noch nicht beendet, aber ich habe ein gutes Gefühl, denn das Puzzle, das dem zugrunde liegt, hat schon ein erstaunliches Bild ergeben, dass ganz sicher nicht nur mich entführt und begeistert.
See you later in good old Germany.

07. 05. 08

Tag 5 - prominass

Obschon gleich nach meiner Ankunft Atlantik geschmeckt, war ich doch erst heute zum ersten Mal richtig im Meer. Und zwar in dieser schnuckeligen Bucht:
Bucht-Strand
Man muss wissen - da ist Ebbe und Flut und bisher kannte ich hier nur die Ebbe, die mir einen sehr grobsteinigen Strand offenbarte, der weit weg von dem ist, was man touristisch unter "Strand" versteht. Also viele viele Steine, auf denen sich schlecht barfuß laufen lässt, die glitschig vom Tang und Algen sind und auf denen ich akrobatische Kunststücke machen musste, um zum Wasser zu kommen. Heute waren wir während der Flut da und das war gleich was anderes. Ein Plateau, von dem aus es direkt ins Wasser ging, das hoch stand und klar wie selbstgekochte Fleischbrühe von HerrD war. Alles wild und vulkanisch um einen herum, so ursprünglich und nett. Und geschwommen ist FrauD heute mit einer elementaren Lust, dass ihr jetzt noch die Augen vom Salzwasser brennen. So schön.
Dass ich am Abend zwischen mal mindestens drei aktuellen und weiteren drei pre-aktuellen Prominenten hockte und Käse aß und Wein trank, lachte und darüber staunte, wie deutsche Zungen im Spanisch wühlen können und mich schämte, dass mein bisschen Englisch gerade mal reicht, um auf der Welt nicht verloren zu gehen, war nett - weil auch Promis sind nur Menschen, und in dem Fall supersüße - was habe ich ein Glück -, aber nix im Vergleich zu dem mächtigen Element Wasser, das einen wieder an die Basics führt und aufweist, wie erbärmlich wir Minimenschen doch alle sind, sei am scharf markierten Rande erwähnt.
Ich hab's hier gut getroffen mit allem. Mit Leuten, mit Wetter, mit Gegend und mit Job. Und natürlich war ich fleißig. Gefühlte 894, tatsächlich nur um die 70 Manuskriptseiten sind in den paar Tagen aus meinen Fingern gewachsen und meine Finger und Beine fühlen sich partiziell an, als hätte der Ozean sie geflutet. Und all das mit dem Ausblick.
Im Übrigen möchte ich noch sagen, dass ich der jungen Autorin Josephine Kroetz, über deren Buch ich ja schon eine kleine Meinung abgegeben habe, heute mal live begegnen durfte und die mich - ehrlich? - auch außerhalb des TV's beeindruckt hat. Nicht mehr oder weniger als ihre süße Mutter und ihr Vater, aber schon gewaltig, weil so jung und schon so schlau. Und lieb. Und sie hat Rastas, kaum zu glauben ... die will ich schon seit Jahren und traue mich nicht.
Unwirklich oder normal? Ich hänge hier ab mit Menschen, über die die Bildungszeitung schreibt, höre Storys, die kein Medium erreichen werden, sehe und erlebe Dinge, die für Dauerurlauber selbstverständlich sind und doch nicht und fühle mich - trotz aller Unwichtigkeit - mal richtig wichtig. Bin nicht prominent, wills auch nie sein, doch ich bin hier, weil ich was kann, was ich liebe: schreiben.
Hei ho, hei ho, was sind wir alle froh ...

06. 05. 08

Tag 4 - Relax

Hier gehen die Uhren langsamer. Nach der letzten durcharbeiteten Nacht und der Fortsetzung bis zum Nachmittag heute ist jetzt Blickkontakt angesagt. Es dämmert und ich starre schön.
SN150824

05. 05. 08

Tag 3 - Heiße Nächte ...

... in Latinoland. Schon wieder nach neun Uhr, in D noch eine Stunde später. Gerade gönne ich mir einen Teller Frutti die Mare, scharf gewürzt und soll als Grundlage für die kommenden sieben bis zehn Stunden dienen, die ich noch hier hocke und mich durch Papier wurschtele.
Irgendwie fühle ich mich wie ein Single. Hat was. Keiner plärrt, ein paar Autos rauschen in meinem Rücken - das Appartement liegt so niedlich, dass ich, will ich es betreten oder verlassen, aufpassen muss, dass ich dabei nicht überfahren werde, aber innen ist es so bezaubernd, dass es überhaupt nicht stört - und ich habe gerade zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Gasherd gekocht.

Das Wetter war heute nicht ganz so berauschend, der Himmel meist bedeckt, aber sehr tragisch ist das nicht; ich habe nämlich feststellen müssen, dass sonnenüberflutete Terrassen und Laptops nicht konform gehen.

So, und jetzt geht's mit Gebrüll in die Nacht(schicht).

04. 05. 08

Tag 1

Was für ein Tag: vier Uhr morgens aufstehen, gegen halb sieben in Mainhatten am Flughafen, eingecheckt und kurz vor acht los. Irgendwas vor zehn Uhr in Barcelona gewesen, planlos auf dem Flughafen rumgeeiert und nächste Abfahrt gesucht, gefunden und Runden gedreht. Mal hier und da geschaut, Laptop ausprobiert und freudig festgestellt: alles klappt wie am Schnürchen. Kurz nach zwölf Uhr ging’s weiter. Ankunft Tenerife Norte nach drei Uhr. Niedlicher Flughafen, ratzfatz ausgecheckt und dann auf dem Koffer gewartet, bis die Chauffeuse da war.

Tja, und jetzt ist es nach deutscher Zeit zwei Uhr in der Nacht, hier eine Stunde früher. Ich bin gefühlte 87 Kilometer bergauf und bergab gelaufen, habe mich im Appartement eingerichtet, Gleitschirmflieger beobachtet, eine reizenden Bucht begutachtet und Meer an den Beinen und auf der Zunge gespürt und komme gerade von einem mega-Feuerwerk, das ich gefilmt habe, aber erst einstellen kann, wenn ich wieder Daheim-DSL habe.
Für morgen sind dann erste Arbeiten geplant. Und ich habe hier 3-7 Terrassen mit Meerblick, auf denen sich bestimmt geil arbeiten lässt … ätsch. Dazu ein Besuch eines Gleitschirmfestivals o.ä., am Abend selbiges mit Rockmusik und Tanz. Und dann geht’s weiter …
Hach, was kann Arbeiten auf den Kanaren anstrengend sein … ;)

03. 05. 08

Über den Wolken

Da hat es mich heute abgehoben. Gut angekommen, Internet auch im Koffer, was will man me(h)er?

02. 05. 08

Blogpause?

Morgen Früh um acht Uhr ist FrauD auf dem Weg nach Spananien, speziell Teneriffa. Dann werden wir mal sehen, ob der rosa Riese hält, was er verspricht und Internet möglich ist.
Falls nicht - horridoh bis irgendann nach Muttertag.

30. 04. 08

Eine kleine Meinung

Ich hatte ja hier schon angekündigt, mich über das Buch von Josephine Kroetz Man muss die Welt nicht verstehen,
man muss sich bloß in ihr zurechtfinden,
noch mal zu lamentieren. Jetzt geht das zwischen leerem Koffer und Showdown vor dem Abflug.

Lydia – Lü – lebt im antiken Griechenland. Das aufgeschlossene Mädchen mit den für das Teenageralter typischen Ich-will-mich-aber-nicht-fügen-Zügen liebt das Theater, darf allerdings, weil weiblich und vor längst vergangenen Zeiten, ihrer Leidenschaft nicht nachgehen, die ausschließlich den Männern vorbehalten ist. Trotzdem schleicht sie sich heimlich und in Verkleidung eines Mannes in eine Vorstellung und ist begeistert.
Trotz aller Vorsicht fliegt ihre Ungeheuerlichkeit auf und ihr Vater hinterlässt ihr auf einem Zettel eine Nachricht: „[…] Du hast jetzt ein Problem. Dein Papa!“
In ihrem Kummer geht Lü zum Orakel von Delphi und wird – erstaunlicherweise – von einer alten Frau erwartet, die sie mit folgenden Worten entlässt: „Ich soll dir ausrichten, dass all deine Fragen, die dich umtreiben, beantwortet werden können. Aber dafür musst du dich auf eine Reise begeben, die nicht einfach wird. Um von ihr zurückkommen zu können, musst du lernen zu verstehen …“
Wieder zuhause, wird Lü krank und findet sich plötzlich im 21. Jahrhundert wieder.

Alles kommt ihr bekannt und vertraut vor, aber sie erlebt es trotzdem zum ersten Mal und muss erst lernen, diese bekannten Selbstverständlichkeiten zu durchleben und zum ersten mal zu praktizieren.
Das anfangs traute Heim, in dem sie sich beginnt wohlzufühlen, gerät jedoch ins Wanken. Ihr Vater – ein Lehrer – schleppt berufliche Probleme mit sich herum, ihre Mutter – eine „verhausfraulichte“ Journalistin – ist unzufrieden und will in den Beruf zurück. Es kriselt in der heilen Welt und Lü’s jüngerer Bruder Davinci macht seinem bedrückten Youngster-Herzen Luft, indem er Tagebuch schreibt.
Obwohl die Streitereien der Eltern sich häufen, verliebt sich Lü in Patrick – ein cleverer Schachzug der Götter?
In ihrer Ohnmacht schreibt Lü ihren Eltern einen Brief, in dem sie beide energisch zur Räson bringt. Doch es soll noch einige Tage dauern und die Trennung offiziell werden, ehe den Eltern wieder auffällt, dass ihr Rosenkrieg auf dem Schultern von zwei kleinen Menschen mit ausgetragen werden muss. Langsam geht ihnen ein Licht auf und sie üben sich im Umgang miteinander.
Lü’s Rückkehr ins alte Griechenland scheint nichts mehr im Wege zu stehen, doch eigentlich gefällt es ihr hier mittlerweile ganz gut und besonders Patrick will sie nicht verlieren.

Lü’s spannende und wichtige Geschichte wird uns von Dionysos, dem jüngsten der großen griechischen Götter, erzählt. Ihre Botschaft ist klar von großer Aktualität: Gespräche und ehrliche Umgang innerhalb der Familie sind die Basis, um zu verstehen und miteinander auszukommen.

Josephine hat mich in mehrfacher Hinsicht mit diesem Buch überrascht. Nicht nur, weil ihre Protagonistin Lü ein Sprachrohr für unzählige betroffene Kinder und Jugendliche aus gescheiterten Ehen ist, sondern auch, wie liebevoll und charmant sie den Bogen zwischen der Welt der Mythen und Legenden in die Gegenwart gezogen und damit einen märchenhaften Realitätsroman auf die Beine gestellt hat, der zum Nachdenken und Schmunzeln anregt, ohne ein Klischee bedienen zu wollen. Und all das in einer flüssigen, aber eindringlichen Sprache, die nicht durch elegante Verschnörkelung beeindrucken will, sondern durch ihre Klarheit besticht und authentisch erzählt.
Von daher ist es dieses intelligente und unterhaltsame Buch nicht nur in Anbetracht des Alters der Autorin eine stramme Leistung, es war auch längst überfällig, jenen ein Podium zu geben, die überwiegend ohnmächtig den oft egoistischen und heuchlerischen Auseinandersetzungen der „Erwachsenen“ ausgesetzt sind und verzweifelt versuchen zu verstehen, warum plötzlich ihre Familie zerbricht.

***

Als Sachbuch würde ich dieses Buch nicht ausweisen wollen, obwohl es bestimmt in die Regalreihe der „Scheidungsopfer“ hineingehört. Viel mehr sollte sein Platz in der Jugendliteratur sein, auch wenn es für die Elterngeneration gleichermaßen bedeutungsvoll ist.



Mein Rat: kaufen, lesen und zu Herzen nehmen, auch wenn man von Scheidung oder Trennung (noch) nicht betroffen ist.

28. 04. 08

Inzest-Perversion

Es ist die Schocknachricht in diesen Tagen: Der Vater (darf so jemand diesen Titel überhaupt tragen dürfen), der seine eigene Tochter 24 Jahre im Keller einsperrte und mit ihr 7 Kinder zeugte.
Auf die Schnelle fällt mir nicht ein, was ich dieser pervertierten Kreatur in Menschengestalt angetan haben möchte, und ich weiß auch nicht, was gruseliger ist: der Täter selbst und seine Abartigkeit oder dass das Umfeld über 2 Jahrzehnte davon nichts mitbekommen haben will.

Nach der Konfirmation

Dieses war der erste Streich. Was für ein Tag, wow. Wir dürfen uns glücklich und hochzufrieden auf die Schultern klopfen für dieses gelungene Event. Vergessen sind all der Stress, die Aufregung, der Bammel vor Pannen oder Falschplanungen, die bezahlten Nerven und die teils unkoordinierten Vorbereitungskonstruktionen.
Sohn strahlte den ganzen Tag wonnig und gut gelaunt mit der Sonne um die Wette vor sich hin, die Gäste pünktlich, liebenswert und großzügig, das Kulinarische derart gelungen, dass jede Gastronomie sich schämen kann, die beauftragten Kuchen der fleißigen Hände waren eine Augenweide und die Geschenke unerwartet fröhlichstimmend.
Heute ist ein Tag glücklicher Erschöpfung und großer Zufriedenheit. Was braucht man sonst?

26. 04. 08

Vor der Konfirmation

Kaum zu glauben, dass es morgen soweit ist und endlich, endlich der Tag der Tage anbricht. Seit Wochen, ach was sag ich, seit Monaten machen wir Kopfarbeit und die vergangene Woche war überwiegend von praktischen Handgriffen geprägt. Nur gut, dass bis zum nächsten Mal noch ein paar Jahre Zeit sind, aber ich denke, ich weiß schon heute, dass die Konfirmation von FräuleinD definitiv nicht daheim stattfindet. Jedenfalls essenstechnisch.
Was für eine Schweinearbeit, zusammen genommen. Aber eigentlich läuft's bis jetzt noch lässig ... ich weiß gar nicht, was ich will ...

Faire Verlage

Aktionsbündnis für faire Verlage

Jazzig

Musicload Jazz

Was sagen?

Verjährtes

Mai 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 8 
 9 
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 

Wer lesen kann, ist - klar - im Vorteil


Astrid Lindgren
Die Brüder Löwenherz




Susanne Mischke
Liebeslänglich



John Katzenbach, Anke Kreutzer
Der Patient





Sebastian Fitzek
Die Therapie. Psychothriller


Simon Beckett, Andree Hesse
Die Chemie des Todes



John Katzenbach, Anke Kreutzer
Das Opfer


Sebastian Fitzek, Simon Jäger
Amok Spiel


Petra Hammesfahr
Seine grosse Liebe.


Peter James, Susanne Goga-Klinkenberg, Susanne Goga- Klinkenberg
Stirb ewig.


Karin Slaughter, Teja Schwaner
Belladonna.


Lisa Jackson, Elisabeth Hartmann
Shiver. Meine Rache wird euch treffen

Ich seh dich


Bücher-Blog
Crime-Blog
Ego-Blog
Fastenblog
Job-Blog
Naturbreit
Rock-Blog
Schimpf-Blog
Schreib-Blog
Staun-Blog
X-Impressum-X
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren