01. 11. 06

Normseite

Üblicherweise besteht ein Manuskript aus so genannten Normseiten. Das heißt, eine DIN A 4 Seite fasst 1800 Zeichen (mit Leerzeichen) und sollte im günstigsten Fall aus 30 Zeilen à 60 Zeichen bestehen.
Doch es gibt kaum eine Normseite, die tatsächlich 1800 Zeichen hat, denn dazu müsste die Seite a) entsprechend eingerichtet sein, was trotz haarkleiner Erklärung über Maßangaben der Ränder und Zeilenabstände oft nicht gelingt und b) müsste der Text vollkommen Ohne Absätze sein.

Manche Autoren neigen dazu, ihre Manuskripte in einzelnen Dokumenten abzuspeichern, was bedeutet, dass z. B. jedes Kapitel eine eigene Datei ist. Das ist nicht nur arg umständlich, sondern auch mit viel Arbeit verbunden, bis man alles wieder beisammen hat. Ich weiß das, denn ich muss mich öfter mal damit rumplagen.
Ein Manuskript gehört in eine Datei - jedenfalls, wenn es irgendwo abgegeben werden soll. Ob in einem Lektorat oder Verlag, spielt keine Rolle.

Da ich, wie viele Kollegen auch, meine Preise an Zeichen festmache (heißt, ich kassiere pro 1500-1800 Zeichen einen bestimmten Betrag), ist es nicht ganz so wichtig, dass der Text als perfekte Normseite vorliegt. Die kann ich schnell selbst einrichten.
Doch wer sich direkt beim Verlag bewirbt, sollte einiges beachten:
Typographie: Keine Experimente. Gängige Schrifttypen wählen wie Arial, Times New Roman, Courier New ...
Formatierung: Möglichst wenig Heraushebungen wie Fett, Kursiv, Großschrift - das macht keinen Eindruck, das ist ärgerlich
Schriftgröße: 11 - 12 ist völlig ausreichend
Seitenränder: Rechts mehr Platz lassen als links. Der Platz ist wichtig für Kommentare und Anmerkungen, das gilt auch für den Zeilenabstand
Schriftfarbe: Schwarz oder Schwarz oder Schwarz. Rot, Grün, Gelb, Braun, Grau ... alles Farben, die auf Papier in den Augen wehtun. Wenn ich ein solches Manuskript auf Papier bekomme, lese ich es nicht.
Seitenzahlen-Kopfzeile: Man muss sich vorstellen, dass Verlage massenweise Manuskripte bekommen, von denen sich einige sicher gleichzeitig auf dem Schreibtisch befinden. Damit es kein Zetteldurcheinander gibt, gehört in die Kopfzeile jeder Seite der Name des Autors (vielleicht noch der Titel) und die Seiten müssen nummeriert sein
Lose Blätter: Lektoren mögen keine gebundenen Manuskripte, also sollte man tunlichst davon absehen, das Manuskript zu fixieren. Eine Heftklammer oder einfach lose in eine Bewerbungsmappe stecken - das reicht vollkommen aus

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