16. 01. 07

Unheimlich im Wald

Wenn ich Wald sehen will, muss ich nur aus dem Fenster schauen, egal, aus welchem. Davon gibts hier genug in jeder Himmelsrichtung. Und wenn ich in den Wald will, dann sind es in drei Richtungen zwischen 50 und 150 Meter Luftlinie, die es zu überwinden gilt.
Deshalb ist der Wald auch mein tägliches Ziel beim Laufenjoggen. Da ist kaum wer, da kennt mich keiner, da sieht mich niemand ... da kann ich laufen, wie, wohin und wie lange ich will.
Heute, also gerade vorhin, war ich ... im Wald, natürlich. Die zwei schwarzen Bestien im Schlepptau (oder sie mich, keine Ahnung), jogge grazil wie ein Elfchen und überhaupt nicht angestrengt über Wurzeln, Schlaglöcher, Pfützen und so Zeug, als es links von mir zwischen den Bäumen "wusch" macht und ich aus den Augenwinkeln irgendwas weghuschen sehe.
Kein Problem, ich werde ja bewacht, und meistens sind es nur die Ureinwohner des Waldes, die mir begegnen, oder Pilzsammler, und die sind nicht so schnell.
Doch das ... ich weiß nicht, ein Tier war es nicht, dazu war es zu groß. Wenn es in unseren Wäldern neuerdings Viecher dieser Größe gibt, muss ich, glaube ich, den Jagdschein machen.

Komisch war vor allem, dass meine beiden Bodyguards nichts bemerkt haben, denn sonst jagen die eigentlich jeder Nacktschnecke hinterher.
Entweder macht Joggen Hallos oder im Wald passieren seltsame Dinge und bewegen sich komische Gestalten ... wobei mir grade wieder eine Idee für eine richtig brutale Geschichte in den Sinn kommt ...

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