Nervtötend
Überlege gerade, ob ich aus Buch-Staben einen Jammer-Blog a la „Heul doch“ machen soll. Nach Pias Bis einer heult! und Lanus Heul nicht! Sag was! wäre das doch vielleicht eine nette Erweiterung?
Grad eben geht’s wieder, aber gestern Abend und heute Morgen hätte ich mich am liebsten quer unter den Schreibtisch genagelt vor lauter Zähneknirschen.
Ich bin ja nun wirklich einiges gewohnt. Und habe schon lange kein Problem mehr damit, dass immer noch viele ein Problem damit haben, dass Schreiben harte Arbeit ist und man sich harter Arbeit – besonders für andere – nicht aus Langeweile aussetzt, nur weil man das Nasebohren oder Füßespielen leid ist. Dass dieser Job neben Konzentration, Zeit, Wutanfällen und teilweise geistigem Stillstand auch ein gewisses Können und Handwerk erfordert, scheint eine Sensation zu sein, die noch ganz neu ist.
Texten ist ein Job wie die meisten anderen auch. Man macht in gerne oder gut oder sogar beides, hat dementsprechende Bestätigung und erledigt dann eben diese Dinge für Leute, denen das nicht so flott und flüssig von der Hand geht.
Mann, ich baue auch keine Stahlrohrgeländer, weil ich’s einfach nicht kann, weder schweißen noch rechnen noch abmessen. Wenn ich aber eins will, gehe ich zu jemandem, der das drauf hat. Bin ich irgendwie doof, weil es für mich selbstverständlich ist, dass ich das Geländer auch bezahle? Oder deshalb, weil ich mir den Schmarrn nicht selbst aneigne und wegen dem Geländer auch nicht gleich eine Stahlrohrgeländerfirma gründe?
Hab ich irgendwas verpennt? Oder ist das nur im Verlagswesen so?
Da wird ein Buch gebraucht, das man schreiben soll, sogar darf und auch ganz gern geschrieben hätte, aber sobald es um den finanziellen Ausgleich geht, klappen plötzlich sämtliche Schranken runter.
Nein, nicht dass einem der Verdienst verwehrt wird, Gott bewahre. Wenn die millionenschwere Auflage erst einmal ans Volk verteilt ist, kommt das große Geldzählen sowieso. Man gründet einfach mal schnell und nebenbei einen Verlag und schon flutscht’s.
Hey, ihr Ahnungslosen da draußen, A kommt vor B und B vor C. Ihr müsst erst mal über I wie Investition, bis ihr zu Z wie Zählen kommt.
Das gilt sogar für uns, die wir, wollen wir einen Verlag um den Finger wickeln, erst mal Zeit, Nerven und jede Menge Flüche investieren müssen, ehe was Gescheites rauskommt und der Euro rollt.
Ich habe die Faxen wirklich dicke von diesen Überfliegern, die glauben, wir Texter und Autoren hätten uns seit der Kita nicht weiterentwickelt oder dass es, wenn man mal eben schnell Verlag wird, auch mit dem Bestseller sofort klappt, den sicher irgendein verkanntes Genie für einen schreibt. Natürlich erst mal für lau, versteht sich. Die Option, dass später schon alles laufen wird, gibt’s natürlich gratis dazu.
Sind wir neuerdings in Oz?
Also mal was Grundsätzliches: Wenn ich mir den Kopf zermartern, den Rücken steif sitzen, die Krampfadern pflegen und die Augen dauerhaft schädigen soll, daneben noch Hirn und Finger Akkordarbeit machen müssen, um Seiten zu füllen, dann tue ich das entweder, weil ich eine irrsinnig gute Idee und jede Menge Lust dazu habe – weil es mein Baby ist – oder wenn ich dafür ausreichend bezahlt werde. Und zwar nicht später oder irgendwann, sondern just in dem Moment, wo ich die Maschinen anwerfe.
Sonst geht hier überhaupt schon mal gar nichts mehr.
Und jetzt hoffe ich, dass all die potenziellen und zahlungsunwilligen Gespenster, die ähnliche Vorstellungen von der Geduld und Wohltätigkeit eines Texters/Autors haben, einen großen Bogen um mich machen und mich nicht mehr mit ihrem Scheiß belästigen. Denn auch Ärgern kostet Energie, und Mails schreiben und so.
Nix verdienen geht nämlich viel bequemer, wenn man nix arbeiten muss. Ist mir im Zweifel auch lieber, als mich einlullen zu lassen – oder gar geschäftsmäßig zu maßregeln nach dem Motto: Es ist doch auch Ihr Ruhm und Ehr, da müssen Sie auch … Ach, ihr könnt mich …
Und – es sei den künftigen Erfolgreichen gegönnt – sollte ich irgendwann mal feststellen, dass von mir verworfene Glücksprognosen doch eintreffen – ja bitteschön, ist doch dann mein Problem. Freut euch gegebenenfalls und macht Ätschbätsch.
Die Chance, dass Gegenteiliges passiert, sehe ich größer.
Wenn ich Pokern will, spiel ich nämlich Lotto, oder Poker.
So, Schluss jetzt damit.
Grad eben geht’s wieder, aber gestern Abend und heute Morgen hätte ich mich am liebsten quer unter den Schreibtisch genagelt vor lauter Zähneknirschen.
Ich bin ja nun wirklich einiges gewohnt. Und habe schon lange kein Problem mehr damit, dass immer noch viele ein Problem damit haben, dass Schreiben harte Arbeit ist und man sich harter Arbeit – besonders für andere – nicht aus Langeweile aussetzt, nur weil man das Nasebohren oder Füßespielen leid ist. Dass dieser Job neben Konzentration, Zeit, Wutanfällen und teilweise geistigem Stillstand auch ein gewisses Können und Handwerk erfordert, scheint eine Sensation zu sein, die noch ganz neu ist.
Texten ist ein Job wie die meisten anderen auch. Man macht in gerne oder gut oder sogar beides, hat dementsprechende Bestätigung und erledigt dann eben diese Dinge für Leute, denen das nicht so flott und flüssig von der Hand geht.
Mann, ich baue auch keine Stahlrohrgeländer, weil ich’s einfach nicht kann, weder schweißen noch rechnen noch abmessen. Wenn ich aber eins will, gehe ich zu jemandem, der das drauf hat. Bin ich irgendwie doof, weil es für mich selbstverständlich ist, dass ich das Geländer auch bezahle? Oder deshalb, weil ich mir den Schmarrn nicht selbst aneigne und wegen dem Geländer auch nicht gleich eine Stahlrohrgeländerfirma gründe?
Hab ich irgendwas verpennt? Oder ist das nur im Verlagswesen so?
Da wird ein Buch gebraucht, das man schreiben soll, sogar darf und auch ganz gern geschrieben hätte, aber sobald es um den finanziellen Ausgleich geht, klappen plötzlich sämtliche Schranken runter.
Nein, nicht dass einem der Verdienst verwehrt wird, Gott bewahre. Wenn die millionenschwere Auflage erst einmal ans Volk verteilt ist, kommt das große Geldzählen sowieso. Man gründet einfach mal schnell und nebenbei einen Verlag und schon flutscht’s.
Hey, ihr Ahnungslosen da draußen, A kommt vor B und B vor C. Ihr müsst erst mal über I wie Investition, bis ihr zu Z wie Zählen kommt.
Das gilt sogar für uns, die wir, wollen wir einen Verlag um den Finger wickeln, erst mal Zeit, Nerven und jede Menge Flüche investieren müssen, ehe was Gescheites rauskommt und der Euro rollt.
Ich habe die Faxen wirklich dicke von diesen Überfliegern, die glauben, wir Texter und Autoren hätten uns seit der Kita nicht weiterentwickelt oder dass es, wenn man mal eben schnell Verlag wird, auch mit dem Bestseller sofort klappt, den sicher irgendein verkanntes Genie für einen schreibt. Natürlich erst mal für lau, versteht sich. Die Option, dass später schon alles laufen wird, gibt’s natürlich gratis dazu.
Sind wir neuerdings in Oz?
Also mal was Grundsätzliches: Wenn ich mir den Kopf zermartern, den Rücken steif sitzen, die Krampfadern pflegen und die Augen dauerhaft schädigen soll, daneben noch Hirn und Finger Akkordarbeit machen müssen, um Seiten zu füllen, dann tue ich das entweder, weil ich eine irrsinnig gute Idee und jede Menge Lust dazu habe – weil es mein Baby ist – oder wenn ich dafür ausreichend bezahlt werde. Und zwar nicht später oder irgendwann, sondern just in dem Moment, wo ich die Maschinen anwerfe.
Sonst geht hier überhaupt schon mal gar nichts mehr.
Und jetzt hoffe ich, dass all die potenziellen und zahlungsunwilligen Gespenster, die ähnliche Vorstellungen von der Geduld und Wohltätigkeit eines Texters/Autors haben, einen großen Bogen um mich machen und mich nicht mehr mit ihrem Scheiß belästigen. Denn auch Ärgern kostet Energie, und Mails schreiben und so.
Nix verdienen geht nämlich viel bequemer, wenn man nix arbeiten muss. Ist mir im Zweifel auch lieber, als mich einlullen zu lassen – oder gar geschäftsmäßig zu maßregeln nach dem Motto: Es ist doch auch Ihr Ruhm und Ehr, da müssen Sie auch … Ach, ihr könnt mich …
Und – es sei den künftigen Erfolgreichen gegönnt – sollte ich irgendwann mal feststellen, dass von mir verworfene Glücksprognosen doch eintreffen – ja bitteschön, ist doch dann mein Problem. Freut euch gegebenenfalls und macht Ätschbätsch.
Die Chance, dass Gegenteiliges passiert, sehe ich größer.
Wenn ich Pokern will, spiel ich nämlich Lotto, oder Poker.
So, Schluss jetzt damit.
SabineD - Aug 1, 16:48
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