05. 10. 07

Andi(y)

Zwei Jahre - seit du weg bist.

Ein grässlicher Tag, 2005 wie heute, obwohl wir es ahnten. Kurz vorher warst du im Krankenhaus, gleich nach deinem Geburtstag - schlechte Optionen, solltest du überleben. Hast nichts mehr mitbekommen, bist nur noch gestorben.
Alles, was ich noch für dich tun konnte, war diese Anzeige entwerfen...



... und ein Nachruf in einem großen Tattoo-Magazin, das bundesweit erscheint. Die Leute waren so nett ... du warst halt einer von ihnen.

Und einer von uns, du hinten rechts, du ... über dessen Fratzen unsere Prinzessin sich immer beeumelt hat ...



Wir denken an dich, heute und oft übers Jahr, aber ganz bestimmt jährlich im Oktober ...

Netze auftanken

Ich habs immer geahnt ... in Netze passt halt nicht so viel rein wie in Tanks, je nach Maschendichte ...

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Ohne ein Wort

Wer jetzt glaubt, hier kommt ein wortloser Beitrag, glaubt falsch.

Ohne ein Wort ist der packende Thriller, den ich gestern Abend zuende gelesen habe - der erste aus der Feder des Journalisten Linwood Barclay und gleich ein Treffer.

Cynthia ist 14, fummelt mit Jungs und durchlebt ihre ersten Zechereien. Als ihr Vater sie abends auf dem Wagen eines Jungen zerrt, ist sie verständlicherweise sauer - und betrunken. Die Predigt zuhause kommentiert sie mit einem wütenden "Ich wünschte, ihr wärt tot", dann fällt sie ins Bett und schläft ihren Rausch aus.
Als sie am nächsten Morgen verkatert aufsteht, ist niemand mehr da. Ihr Mutter, ihr Vater, ihr Bruder - alle weg.
Ob sie sich auf perfide Weise an ihr rächen wollen?, fragt sich die Schwerpubertierende.

Wort

25 Jahre später - Cynthia ist verheiratet, hat selbst Mann und Kind und lebt noch immer mit dem Albtraum von damals. Es hat sich niemals geklärt, was mit ihrer Familie damals geschehen ist.
Nach einer Fernsehsendung, in der das Mysterium aufgerollt wird, passieren seltsame Dinge. Ein anonymer Anrufer erzählt ihr, ihre Familie hätte ihr vergeben. Der Hut ihres Vater liegt plötzlich auf dem Küchentisch, ein dubioser Brief ist nachweislich auf ihrer Schreibmaschine geschrieben worden und sie glaubt, in einem Fremden ihren Bruder zu erkennen.

Doch ihr Mann Terry (übrigens der Ich-Erzähler) fängt langsam an zu zweifeln. Ob Cynthia den Verstand verliert und vielleicht diese Dinge inszeniert?

Cynthias Tante Tess, die das verlassene Mädchen großgezogen hat, eröffnet ihm ein Geheimnis: Mehrere Jahre hat sie anonym Geld für die Göre erhalten, um ihr Studium zu finanzieren. Die einzige Bedingung war: Niemand durfte davon erfahren, sonst würde der Geldsegen sofort aufhören.
Kurz nach dieser Eröffnung ist sie tot. Ebenso ein angagierter Privatdetektiv, der auf Drängen von Cynthia ermitteln soll.

___________________

Das Buch hat mir grundsätzlich gefallen und hält auch die Spannung über weite Teile. Alledings gab es im Nachhinein ein paar Fragen, die unbeantwortet blieben.
Im letzten Viertel war dann auch soweit klar, was passiert ist, wer noch lebt, wer nicht und wieso, weshalb, warum. Ab da hat es sich ein wenig gezogen und der abschließende Showdown war irgendwie nicht mehr der Brüller.

Trotzdem klasse, so was muss man erst mal schreiben.

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