17. 12. 07

Ram Jam Bamalam

"Mama, komm mal", ruft es quer durchs Haus zu mir ins Büro. Wenn mein Großer "komma-Sätze" ruft, reagiere ich automatisch schon mit plötzlichem Hörsturz, denn würde ich jedes Mal darauf reagieren, aufstehen und dem Ruf folgen, wären die Fliesen des Wegs zwischen ihm und mir schon abgelaufen und der darunter liegende Estrich marode.
"Du musst mir mal helfen", unterstreicht er sein Anliegen und appeliert an mein weiches Mutterherz.
"Was gibt's?", rufe ich vorsorglich zurück. Vertrauen ist gut, Nachfragen besser.
"Ich habe hier ein total scharfes Lied gefunden. Du musst mir mal sagen, wie das heißt und von wem das ist."
Ich rolle die Augen. Die bevorzugte Musik meines Sohnes ist nicht wirklich immer das, was ich kenne oder gar freiwillig höre.
Aber gut, denke ich, wenn er es schon nicht kennt, muss es älter sein und vielleicht ... vielleicht hat er endlich was gelernt?



Er hat, wie man sieht. Ich bin stolz.

Kerze 3

Gestern haben wir also das dritte Licht eröffnet. Die Kids fangen an die Tage zu zählen und begrüßen und jeden Morgen mit: "Nur noch 9 ... 8 ... 7 ... Tage, bis es Geschenke gibt." Das klingt nach Countdown und Hysterie.
Mein Gatte tut es ihnen gleich und meinte vorhin: "Nur noch 5 Tage arbeiten."
Was mich dabei stört, ist das "nur". Wenn ich so überlege, was in diesem "nur" noch für Arbeits- und Denkstunden für mich stecken, möchte ich wieder ins Bett.
Auch deshalb, weil dieser Montag heute schon lecker begonnen hat mit zwei Erste-Hilfe-Fahrten vorm Wachwerden. Zum einen waren da die vergessenen Busfahrkarten, die ich dem Nachwuchs hinterkutschieren musste, zum anderen war Auto 2 bockig und ich durfte gerade zum zweiten Mal mit einem Überbrückungskabel ausrücken und unser ortsmittiges Kreiselchen blockieren.

Tja, nun warten wir mal, was die nächsten "nur"-Tage noch so bringen.

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