28. 12. 07

Überschätztes

Schon vor ein, zwei Jahren irgendwann machten mich einige Bekannte darauf aufmerksam, dass sie gerne per Skype telefonieren möchten, weil's nichts kostet. Die Erfindung diverser Kommunikationsdinger wie ICQ und Co. ist zwar auch an mir nicht vorbeigegangen, aber als mir kürzlich jemand sagte, er habe seinen Festnetzanschluss gekündigt und wäre nun ausschließlich noch per Skype erreichbar, fand ich das schon etwas beängstigend.
Natürlich verweilt das blaue S auch am Arbeitsplatz von FrauD - manche Kontakte, z.B. nach NY o.ä. in ähnlich unregionale Gegenden, machen kostenloses Telefonieren erforderlich, wenn man sich viel zu sagen hat. Aber die Vorstellung, in Zukunft vermehrt unbeweglich den Monitor anbrüllen zu müssen, wenn ich mit so jemandem telefonieren muss, ermuntert mich nicht wirklich, Kontakte dieser Art pflegen zu wollen.
Vorbei die Zeiten, in denen ich mit zwischen Ohr und Schulter eingeklemmtem Telefon das Haus inspizieren, Kaffee kochen, Wäsche machen oder mit hochgelegten Füßen in irgendwelchen Ecken rumlümmeln konnte.
Für mich ruhelose Telefoniererin ein GAU und mMn total überschätzt.

Ich fordere...

...das umgehende Ende von 2007. Auf die letzten Tage wirds noch seltsam im Staate. Nicht nur, dass mein Trockner, der heute geliefert werden sollte und mit einem Zeitfenster zwischen 11:30 und 13:30 angekündigt war, schon kurz vor 11:00 da war, nein. Die abonnierte Fernsehzeitung, die wir uns seit Jahren bringen lassen, wurde soeben mit einem Lkw gebracht. Angefangen haben die übrigens mal mit einem Fahrradkurier.
Es muss am Datum liegen. Ich will jetzt ein neues Jahr und möglichst gleich mit Sommer am Anfang.
Basta

Weihnachtliche Umtauschaktion

Es war ja ein Ding, das mit den vertauschten Babys. Ein halbes Jahr glaubten zwei Elternpaare, das eigene Kind großzuziehen, bis einem der Väter die Sache nicht geheuer vorkam und er einen DNA-Test machen ließ.
Dabei kam nicht nur heraus, dass er nicht der Vater war, die mutmaßlich untreue Mutter (nehme ich wegen des Verdachtsmomentes an) war nicht mal die Mutter.
Doch weil alles wieder gut wird, können die Babys jetzt umgetauscht werden, denn das vormals unbekannte zweite Paar wurde ausfindig gemacht und erlebte bestimmt einen unschönen Überraschungsmoment.
Ob das schon passiert ist, wusste der Artikel am 21.12. noch nicht zu sagen.
Ich weiß gar nicht, warum, aber irgendwie erinnert mich diese Sache an das Post-Wichteln ungeliebter Weihnachtsgeschenke.

Mal ehrlich - unter den Eltern und im Geheimen: Wer hat sich nicht schon mal für Sekundenbruchteile gewünscht, er könne die Brut umtauschen?
Ich bin tragisch-komisch berührt.

Und da gibt es noch immer nichts Greibares von der kleinen Madeleine McCann. Man muss schon ein bisschen suchen, bevor man auf News stößt.
Bei dem Satz "Seit tapfer, Liebling", dreht sich mir der Magen um. Beim besten Willen kann ich nicht nachempfinden, was Eltern in dieser Situation durchmachen. Und ich lege keinen Wert darauf, ähnliche Erfahrungen machen zu müssen, aber beim theoretischen Durchdenken dieser traurigen Geschichte komme ich zu dem Ergebnis, dass ich nicht daran glaube, dass Maddy noch lebt. Man kann es zwar nie wissen, doch diese ganze weltweite Campange und die bisherigen (Miss)Erfolge lassen mich nicht annehmen, dass es anders ist. Im Gegenteil denke ich viel mehr, dass das Kind schon sehr lange tot ist. Andernfalls müsste es irgendwelche sinnvollen Hinweise geben. Niemand kann ein Kind einfach so klauen und monatelang unbemerkt behalten. Irgendwer muss irgendwas gesehen oder gemerkt haben, irgendeiner quatscht immer. Und jeder mutmaßliche Täter wird von irgendwelchen anderen Menschen mehr oder weniger gut gekannt - von dem ganzen Medien-Tamtam abgesehen, unter dem eine Entführung und das Risiko, früher oder später aufzufliegen, heiß wie Glut ist.
Selbst wenn es eine Entführung gab ... wäre nicht jedem Entführer spätestens bei der großen öffentlichen Anteilnahme der Arsch auf Grundeis gegangen und würde man nicht - sofern man annimmt, es mit einem relativ "normalen Menschen" zu tun zu haben - davon ausgehen, dass es nur zwei Möglichkeiten gäbe: Das Kind zu entsorgen oder freizulassen?

Mir geht das nicht aus dem Kopf heraus. Das Schlimmste wäre sicher, wenn sich der Fall verläuft und nach und nach unwichtiger wird, bis plötzlich keiner mehr davon spricht. Denn irgendwer hat Schuld an irgendwas ganz Abartigem.

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