Boah, seit über einer Stunde kräuseln sich die Seiten im Zeitlupentempo auf, dass man derweilen ein Paar Socken stricken kann. Ist das nur bei mir so oder ist das Internet schon wieder kaputt?
Grade war ich kurz bei
Wer-kennt-wen.
Da ist eh alles zur Feierabendzeit ein bisschen langsamer.
Wie ist das eigentlich, wenn man sich nur virutell kennt, kennt man sich dann auch ein bisschen und kann sich einladen?
Macht außer mir eigentlich noch wer aus Klein Blogersdorf den Scheiß mit?
Manchmal muss ich eben spielen dürfen. Ist ganz witzig. Noch.
So wird's dann wohl aussehen, das Büchlein.
Als Fan von
Nina Ruzickas Der Tod und das Mädchen bin ich natürlich überaus entzückt, einen Beitrag zum Bestatterweblog-Buch geleistet haben zu dürfen und Arbeit von mir in einem Buch zu finden, dessen Deckel so reizend illustriert wurde. Zumal es sich dabei um eine bisher unveröffentlichte Story handelt, die nicht im Weblog zu lesen ist.
Ich sag nix, nee.
Das erst im vergangenen Jahr online gegangene
Bestatterweblog hat es immerhin in Rekordzeit in die
deutschen Blogcharts und aktuell auf Platz 17 geschafft.
Die Vorbestellungen dürften also in beträchtlicher Höhe sein und ich gehe mal davon aus, dass noch nie so viele Leser ein Buch in der Hand hatten, in dem FrauDs Name steht.
So'n bisschen stolz darf ich jetzt schon sein, oder?
Räumlich arbeite ich günstig, denn das Büro liegt extakt an der Treppenseite, die jeder Besucher, der zu uns will, passieren muss. Am Ende der Treppe - quasi hinter meinem Monitor - ist ein Hoftor, an dem ein Schild hängt, auf dem sinngemäß "Vorsicht - Hunde" steht. Überwindet man Tor und Hunde, steht man auf dem Hof und darf klingeln.
Aufgrund dieser architektonischen Gegebenheit bekomme ich wohl oder übel immer mit, wenn wer kommt, auch wenn die Viecher im Haus sind. Gerade eben waren sie allerdings draußen.
Und wie das immer so ist, wenn sie draußen sind und jemand versucht, zur Haustür zu kommen, krieg ich einen Mordschreck, wenn die Dicke plötzlich anfängt, blutrünstig zu bellen. Meist bellt sie normal, aber manchmal hat sie auch einen knurrigen Unterton dabei - wie gerade.
In der Folge stehe ich auf und laufe zum Hoftor, um die Töle ruhigzustellen. Die bellt sich meist so in Aufregung, dass nur Frauchens sanfte Hand sie wieder beruhigen kann und sie in ein Grummeln übergehen lässt.
"Ach, da haben Sie aber zwei nette Hunde."
Ein Er und eine Sie, Sie zwei Stufen unter Ihm, beide mit Schirm, Charme und einem falschen Lächeln.
In dem Augenblick weiß ich Bescheid. Es gibt nur eine Sorte Menschen, die zum ersten Mal auf meine Hunde treffen, sich anfauchen, -bellen und -knurren lassen und trotzdem bis zum Tor kommen und auch noch sagen, sie wären nett.
"Die beißen doch nicht?" Sagt Er, Sie grinst falsch wie chinesische Disel-Jeans weiter.
"Doch, aber nur Zeugen Jehovas."
Damit war das Gespräch auch schon wieder zuende und die aufgesetzten Masken fielen runter und entblößten teuflische Fratzen.
Gestern habe ich ca. eine Stunde geopfert, um mich ein wenig spezieller ins Fasten-Thema einzulesen. Dabei stolperte ich über ein Forum, in dem sich Fastenbegeisterte austauschten und motivierten - eine Art viruteller Fastenclub.
Mir sind ja beinahe die Augen übergegangen, als ich lesen musste, dass verschiedene Leute tatsächlich 40 Tage komplett fasten wollen.
Soweit ich weiß, kann man 3 bis 5 Tage ohne Wasser überleben und 40 Tage ohne Essen. Was ist das? Selbstmord auf Raten? Ich glaube, wenn ich 40 Tage nichts esse, wiege ich nur noch 7 Kilo mit Schuhen.
Nun ist ja hinreichend bekannt, dass es verschiedene Fastenmethoden gibt, wobei beim totalen Fasten nur Wasser und Tee erlaubt sind und andere Arten Säfte oder Suppen oder Molke oder Semmeln und Milch u.ä. erlauben.
Diese erstgenannte Totalität wäre mir ja nun auch nichts. Allerdings habe ich mich scheinbar für eine exotische Mischung verschiedener Flüssigfastendings entschieden, denn neben Wasser, Tee, Säften und Suppen (Brühen) gibt's seit gestern auch Molke.
Das ist gar nicht schlecht, einerseits wegen des Geschmacks - und mir fehlt während dieser Tage einfach die Vielfalt der sinnlichen Gaumenerlebnisse - und andererseits wegen dem Eiweißgehalt. Ohne fachsimpeln zu wollen ist es wohl so, dass der Körper, wenn er von außen kein Eiweiß zugefüttert bekommt, stur sein eigenes verbraucht, was einhergeht mit dem Verlust von Muskelmasse, eher weniger der Fettverbrennung. So ungefähr.
Na ja, bis jetzt läuft auch mit ohne Regeln alles sehr zufriedenstellend und ich kann behaupten, mich heute am achten Tag ohne zu beißen richtig gut und knuffig gelaunt zu fühlen. Außerdem klappt das Schreiben zunehmend geschmeidiger. Gefällt mir ausgesprochen gut.