09. 04. 08

Turbo-Diät: 3 Kilo in 6 Stunden

Ja ja, das geht. Ganz neu und sicher wie die Steuer.
Noro machts möglich.

Rotzlöffel

Kürzlich schrieb ich darüber, dass ich kaum noch Spams bekomme. Kein Wunder, denn die Belästiger haben meine Telefonnummer entdeckt und seit Tagen kommen ca. 2-5 Werbeanrufe von Vollhirnis, die mir unbedingt Gewinne aufschwatzen wollen - Gewinne, die ich unmöglich gewonnen haben kann, weil ich bei nix mitmache - na gut, nix ist gelogen, aber fast nix.
Ganz frech fand ich heute einen Anruf, den ich nicht gleich annehmen konnte. War ne Nummer aus der Frankfurter Ecke, wo einige meiner Spezies residieren, aber ad hoc konnte ich damit nichts anfangen. Die automatische Telefonöse schwallerte beim Rückruf in mein Ohr, ich ach so Glückliche dürfte mich 3000 Euro reicher schätzen und sollte mal hopp hopp die folgende Nummer anrufen: 0900xxx, um meinen Gewinn einzuholen.

Wenn ich nicht so eine gute Kinderstube hätte, würde ich jetzt an dieser Stelle einige ganz böse Wörter loslassen, aber weil ich eine gute Kinderstube habe, sage ich lediglich: Fickt euch ins Knie!

Unverschämten Dank

Gerade eben war die Post da. Das alleine ist ja schon toll, denn so selbstverständlich ist das in diesen Streiktagen gar nicht.
Und sie hatte ein Buch dabei. Unverschämt. Denn jetzt sitze ich hier und muss abwechselnd von einem genial-guten Fantasysmanuskript, an dem ich in den letzten Zügen arbeite, in den zappelig-erwarteten Dresden-Krimi Das Lächeln der Mona Lisa blinzeln, den mir der herzallerliebste Autor George Tenner hat zukommen lassen.
Darin geht's um so was:
Mitte des Jahres 1994 findet die Haushälterin Roswitha Färber, die nach dem Ableben der Frau des Kunstmalers Helmut Müller-Karsten für Ordnung gesorgt hat, diesen tot auf dem Boden in dessen Wohnzimmer im Dresdner Künstlerhaus in Loschwitz.
Aufgrund der Feststellung des Notarztes ‚Ungeklärter Todesfall’ sowie der aufgefundenen Unordnung im Haushalt des bekannten Künstlers – Bilder liegen auf der Erde verstreut, Druckplatten zur Herstellung Lithographien sind zerstört, die Wände sind mit roter Farbe beschmiert; ein wahres Fest der Verwüstung muss hier stattgefunden haben – wird eine Obduktion der Leiche durchgeführt. Die Rechtsmedizin muss einen natürlichen Tod des Malers bescheinigen – Entkräftung. Mindestens drei Tage hatte der alte Mann, der sich bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zuzog, ohne Nahrung gelegen, bevor sein Leben langsam und qualvoll verlöscht war.
Der Stiefsohn, Thomas Vester, gerät in Verdacht, den Einbruch vorgetäuscht und den sterbenden Mann nicht versorgt zu haben. Allein er bringt Zeugen bei, die ihm ein Alibi geben. Man kann Vester nichts nachweisen und muss ihn laufen lassen. [...]


Nach Jagd auf den Inselmörder darf ich mich also erneut auf Georges feinfühlige und mitreißende Feder freuen. Und während der Arbeit schon reinblinzeln.

Lieber George, von hier aus meinen fetten Dank, dass du an mich gedacht hast. Ich hoffe, ich kann mich irgendwann revanchieren. ;)

Eisbärchi - Flockemärchi

Es flockt dieser Tage überall. Nicht nur überflüssig vom Himmel, sondern auch in Nürnberg.
Es war schon länger angekündigt, und nach der Knutmania ist jetzt also die Flockeria offiziell ausgebrochen. Germanys next Kuschelbär ist gewählt.

Da wird ein Tierbaby geboren und schon drehen die Menschen am Rad. Ohneewiesüüüßß ...
Ich muss zugeben: Knut ging mir recht schnell auf die nicht vorhandenen Eier - weniger das Bärchi selbst, sondern der ganze Rummel drum herum. Wie entzückt doch alle waren, wie begeistert und am liebsten hätte der eine oder andere wohl das kuschelige Miniraubtier mit heim genommen und so richtig betüttelt. Und jetzt Flocke ...
Kann man's den Menschen verdenken? Niedlich sind sie ja schon. Aber unsere Köter waren auch mal niedliche Welpen, unsere Katzen niedliche Babys - und was ist geblieben? Sabbernde, bellende, kratzende, haarende, mülleinerausräumende Viecher. Treu und verschmust, aber Viecher. Ausgewachsen unniedlich, würde ich mal sagen, weil das Babyhafte abgelegt und sich - wie es die Evolution wünscht - entwickelt.
Kein Schwein hat sich damals für die interessiert. Wahrscheinlich hat das Marketing versagt, hm.

Der einzige Bär, der mich mein Leben lang begeistern konnte, war der Teddybär. Dieses Verthronen von Tierbabys finde ich irgendwie krank. Immerhin sind Eisbären nicht wirklich friedliche Gesellen, die sich als Haustier eigenen würden. Sie sind Einzelgänger und gelten für den Menschen potenziell gefährlicher als andere Bärenarten, sie sind riesengroß und haben einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Und richtig hübsch finde ich diese ausgewachsenen Brocken mit ihren dicken Hintern und langen Köpfen auch nicht.

Ich will mir auch nicht vorstellen können, dass dieser Medienrummel für die Babybären so artgerecht ist. Okay, ich war auch schon in Zoos, habe eingesperrte Tiere angegafft, aber tendenziell denke ich schon, dass gerade Wildtiere dorthin gehören, wo sie hingehören: in die Freiheit.

Wenn eines Tages, was wir mal nicht hoffen wollen, aus Knut und Flocke reißende Bestien werden, die Besucher oder Pfleger angreifen, schreit die jetzt jubelnde Welt auf und ruft empört: Wie konnte das nur geschehen!
Ob dann noch jemand an diesen Hype von heute denkt und sagt: Aber niedlich sind sie ja ...

Na, ich gehe mich mal um meine Trolle kümmern. Die passen hier wenigstens auf und beißen nicht gleich zu.

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