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25. 03. 09

DNA-Patzer?

Das ist eine Nachricht, von der weiß ich nocht nicht recht, was ich von ihr halten soll.
Kann es sein, dass ein ganzer Staat ein Phantom jagt - genauer gesagt das Phantom von Heilbronn - und diese geheimnisvolle Serienkillerin das Produkt eines schlampigen Angestellten ist, weil derjenige die Wattestäbchen, mit dem die Spurensicherung an mindestens 40 verschiedenen Tatorten DNA-Material gesichert hat - selbst verseucht hat?
Ja kaufen die denn nie neue Wattestäbchen?
Ich stelle mir gerade vor, besagte/r Angestellte/r käme dummerweise in die Situation, dass die eigenen DNA in die Datenbanken wandert, und würde nachts von einem SEK aus dem Bett gerissen und als Serienkiller verhaftet.
Wie witzig.

Daraus lässt sich doch sicher Material für einen Krimi holen ...

Mit Grippe liegt man im Bett ...

... oder: „...liege ich krank mit Grippe I'm Bett …“ - so kann man das auch schreiben.
Ich mache mich ja gerne über diverse Dinge lustig. Selbst wenn es klingt wie garstige Klugscheißerei, ist es meist nicht böse gemeint, vielleicht ein bisschen ironisch. Wenn man selbst viel schreibt und mit Texten zu tun hat, weiß man um die Unzulänglichkeiten, die einen packen können. Flüchtigkeitsfehler passieren, und es ist bei der Schwere und Kompliziertheit der deutschen Sprache kein wirkliches Drama, wenn der eine oder andere Patzer passiert, selbst dann nicht, wenn derjenige, der patzt, es eigentlich besser können sollte.
Passiert mir auch - und dafür habe ich schon Schelte bekommen nach dem Motto „Ihnen als Lektorin sollte das aber …“ - klar sollte nicht, passiert auch nicht oder nur sehr selten, wenn ich Geld dafür bekomme. In mehr oder weniger privaten Texten aber wie im Blog, wo ich keine Veranlassung sehe, jeden Beitrag auf Herz und Nieren zu überprüfen, weil ich ihn nebenbei schreibe und rein schmeiße, will ich keine drei Korrekturläufe machen. Das heißt längst nicht, dass ich bewusst schlampig schreibe. Ich gebe mir schon Mühe, je nach dem, wie viel Zeit und Konzentration ich investieren kann.
Diesen kleinen Auszug oben aus einer wenigzeiligen Mail, die man an mich weiterleitete, habe ich drei Mal lesen müssen. Fahrig wischte ich immer wieder auf meinem Monitor rum - kann ja nicht sein -, ich dachte wirklich, da würde ein Fussel hängen. Aber es war keiner ...
An sich nicht ungewöhnlich, der/(die)/das Idiotenapostroph ist weit verbreitet und ich kann meist gönnerhaft darüber schmunzeln, aber mit dem Wissen, WER so schreibt, komme ich nicht zurecht. Es stammt aus den Regionen einer Verlagsleitung mit Background/Referenzen Cheflektorat diverser namentlich bekannter Verlage. Der darüberstehende Verlag ist so bekannt, dass ich mich nicht traue, hier auch nur eine Andeutung zu machen.
(Oder soll es vielleicht heißen ... I am Bett ...?)

Ich bin sehr verstört. Was ist eigentlich in den Verlagen/Agenturen los, was für Leute beschäftigen die da? Wie kann es sein, dass man gerade von den Quellen, an denen man sich als Autor regelrecht verbiegt und buckelt und zum Deppen machen muss, wenn man nur den Hauch einer Chance von „Eindruck“ hinterlassen will, solche Feedbacks bekommt?
Madame Oz-Tusse schrieb vor einigen Tagen auch was drüber, und sie muss keine Angst haben.
Ich finde, darauf kann man jetzt mal kräftig rumtrampeln, denn irgendwie fühlt man sich ein bisschen verarscht. Man macht sich zum Heiopei, damit alles möglichst perfekt ist, wahrt die Form auf allen Ebenen, heuert vielleicht vorher noch Leute wie FrauD an und bezahlt die teuer, damit das Baby wenigstens annähernd solide und fehlerfrei auf dem Tisch eines solchen „Entscheiders“ landet, und dann bekommt man Antworten, die aussehen, als wären die Hühner drübergelaufen und hätten die Buchstaben durcheinandergescharrt – wird schon ungefähr passen …
In dem Zusammenhang fällt mir eine ziemlich kecke Antwort ein, die ich vor einigen Jahren von einem Verlagslektor bekommen und jetzt mal ausgegraben habe – ein Feedback auf eine Manuskriptbewerbung, die mMn grundsätzlich in'de'Reih' war (das war Hessisch).
Hier hatte sich leider im Exposé ein Wortdoppler versteckt, was meist dann vorkommt, wenn man ständig an Sätzen rumändert, irgendwas löscht, neu schreibt … es ist halt vergessen worden, ich habe es einfach übersehen, und so stand dann irgendwo in der Mitte: „Lena flieht in die Villa und versteckt sich sich im Kellergeschoss …“

Nach der Absage habe ich die Leseprobe mehrmals überprüft, weil ich total verunsichert war – alles andere war aber korrekt, es gab nicht mal mehr ein doppeltes Leerzeichen.
Die Koryphäe, die mir also drei Tage später kurz und bündig per Mail absagte, konnte es sich nicht verkneifen zu schreiben: "Und befor sie das nächste Manuskript einreichen sollten Sie sich die Zeit nehmen und es af Fehler prüfen. Da vergeht einem ja am Frühen morgen schon die laune ..."

Ich schwöre, dass diese Antwort aus der Mail kopiert ist und die Fehler darin Originale sind.

Kein Wort zur Idee selbst, oder ob es ein bisschen gefallen hat oder gar nicht, nicht mal der Standardsatz "... leider Programm schon verplant ... hat nichts mit der Qualität Ihres Manuskripts selbst zu tun ..." Nix, null, nada …

Ich muss gestehen, da keimt eine ziemlich bösartige Arroganz in einem auf. Haben wir das nötig, wir „unaufgefordert einsendende Autoren“? Nicht mal das war es, den voraus ging ein Telefonat, in dem ich das Projekt kurz vorgestellt habe und das ich „gerne“ einsenden durfte, und zwar direkt zu Händen von Herr LeckmichamArsch, denn es würde hochinteressant klingen …

Mir ist bekannt, wie viel Mist über die Schreibtische mancher Verlage wandert. Und ich habe allergrößtes Verständnis für die Kollegen, die genervt davon sind und gleichzeitig dazu verdonnert, von allem wenigstens die ersten Sätze lesen zu müssen, um vielleicht heute die eine Perle zu finden, nach der gesucht wird. Ebenso gut kann ich verstehen, dass man einen schlechten Tag hat, steife Finger oder frustriert drüber ist, wenn Sex nur noch als Wort im eigenen Leben existiert und nicht mehr als Tat, aber ich glaube schon, dass jemand, der sich solche Kritiken leisten will, erst mal seine eigene Unfehlbarkeit zeigen soll.
Das Wissen darum, dass es von solchen Figuren abhängt, ob die eigene Karriere eine Zukunft haben kann, macht mürbe und demotiviert gewaltig.

Ich glaube, das war die Zeit, in der ich aufgehört habe, Proben meiner eigenen Manuskripte zu verschicken. Seit dieser Antwort beschränke ich mich darauf, nur noch für andere zu klappern. Das klappt wenigstens und ich kann als Puffer fungieren, wenn ich mal wieder an einen solchen Schwachkopf gerate.
Sollte es eines Tages ein Buch von FrauD geben, das in einem einigermaßen bekannten Verlag herauskommt, wurde ich entweder entdeckt und beauftragt, das Ding zu schreiben, hatte bestes Vitamin B oder bin Lottomillionärin geworden und habe den Verlag einfach gekauft. Oder jemanden bestochen, wer weiß.

So, und morgen kommt wer von der Zeitung zu FrauD und will den Lektoren-Alltag porträtieren, und was mache ich? Am besten schäme ich mich in einer meiner vielen Ecken für manche Kollegen …
"Schick disch Deutschunderischt, Alda, machma Schreibzeug!"

Wortpatenschaft-News

Als Wortpatin bekam ich gestern Post. Ich werfe einfach mal die Mail als Zitat hier rein, ich glaube, das darf ich:

Lieber Wortpate, es gibt allerlei Neues und Schönes!

Erstens: Letzte Gelegenheit, eine Wortpatenschaft für nur 10 Euro zu übernehmen! Ab 1. April (leider kein Scherz!) starten wir mit der Sommerkollektion und neuen Preisen, leider – vor allem, weil wir seit einiger Zeit Mehrwertsteuer abführen müssen*; aber auch wegen zunehmendem Arbeitsumfang bei immer größerer Datenbank. Immerhin haben wir dann 3 Jahre durchgehalten ohne „Tarifanpassung“, „Lohnzuwachs“, „Sonderzahlung“, „Bonuszulage“, einmaliges „Weihnachtsgeld“ oder steuerfreie „Spesenzuschüsse“… (Übrigens auch schöne Wörter! Bei denen man sicher keine Sorge haben muß, sie könnten aussterben.)

Zweitens: Wir werden demnächst ein edles Wörter-Buch herausgeben, welches unsere ersten, mehrere Tausend (Paten-)Wörter vorstellt und deren Paten nennt, nebst Prominenten und hübschen Anekdoten. (Wenn Sie dabei sind, erhalten Sie freilich ein Vorzugsangebot!) Näheres in Bälde per Papierbrief von unserem Partnerverlag; lassen Sie sich überraschen. (Sollten Sie nicht angeschrieben werden wollen, bitte kurze E-Post mit dem Betreff „Kein Buchangebot“ an kontakt@wortpatenschaft.de.)

Drittens: In wenigen Tagen können Sie auf unserer Netzseite nicht nur Wörter suchen, sondern auch die Namen der Paten! Klasse, oder? Wir folgen damit einem mehrfach geäußerten Wunsch. Weitere kleinere Aufhübschungen entdecken Sie gewiß selbst auf unserer Seite….

Und viertens: In Kürze wird jede Patenurkunde eine einmalige, durchlaufende Nummer erhalten, die genau der Vergabereihenfolge folgt. Sie können dann also stolz von sich sagen, zum Beispiel genau der 15 000. Pate zu sein! Das hat doch was.

Und schließlich: Wir geben unser letztes Hemd für Sie – denn das Angebot unserer schmucken Leichthemden mit Wortaufdruck läuft aus. Im Bestand sind noch wenige Einzelstücke, die wir dafür zum reduzierten Preis von 23 Euro anbieten. Bestellen Sie gerne (nach) unter bestellung@wortpatenschaft.de Künftig offerieren wir lässige Umhängetaschen mit einmaligem Aufdruck.


Alles in allem finde ich das eine tolle Sache. Wenn ich jetzt, nach der Umräumerei hier, noch meine Urkunde finde, hänge ich sie auch wieder auf.

Kauf das Buch!

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Wer lesen kann, ist - klar - im Vorteil



Karen Rose
Todesschrei


Stieg Larsson
Verdammnis


Simon Beckett
Leichenblässe


Peter James
Nicht tot genug


Joy Fielding
Flieh wenn du kannst



Susanne Mischke
Der Tote vom Maschsee


Cody McFadyen
Der Todeskünstler


Sabine Thiesler
Die Totengräberin


Gisa Klönne
Nacht ohne Schatten



Kerstin Gier
Die Patin


Charlotte Link
Die letzte Spur


Elisabeth Herrmann
Das Kindermädchen


Jilliane Hoffman
Vater unser


Achim Albrecht
Im Netz des Chamäleons


Cody McFadyen
Das Böse in uns


Sabine Kornbichler
Gefährliche Täuschung

Ich seh dich