Mich wundert heute gar nix mehr.

Kein Buchstabe! -
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Anruf bei FrauD vor irgendwann:
Andres Ende: Gute Frau, hör’n S’e mal, ich habe da ein Manuskript, und jetzt weiß ich gar nicht, wie es weiter geht.
FrauD: Und wie genau kann ich Ihnen helfen?
Andres Ende: Na ich dacht‘, das können S’e mir selber sagen.
FrauD: Woher denn? Ich weiß ja nichts über Ihren Text.
Andres Ende: Manuskript, bitteschön ja?
FrauD: Entschuldigung, aber auch darüber weiß ich nichts. Suchen Sie jetzt einen Verlag?
Andres Ende: Umhimmelslottchennochenen, nein, was glauben S’e denn?
FrauD: [räuspert sich ratlos und leicht angespannt]
Andres Ende: Also es is’ja so, dass ne Geschichte nen Anfang, ne Mitte und’n Ende hat, ja?
FrauD: Könnte man so … ausdrücken, ja.
Andres Ende: Und jetzt is‘ ja die Mitte fertig.
FrauD: Verstehe.
Andres Ende: Und der Anfang sowieso, klar soweit?
FrauD: Glasklar.
Andres Ende: Und wie geht’s jetzt weiter?
FrauD: Wie, wie geht’s jetzt weiter? Vielleicht mit dem Ende, würde ich annehmen?
Andres Ende: Jetzt ham’S’es, jepp. Und genau da weiß ich nicht, wie’s weiter geht.
FrauD: Oh. Und das soll ich Ihnen jetzt sagen?
Andres Ende: Bitteschön, sei’n S’e so nett.
FrauD: [zunehmend ungehalten] Aber ich kenne ja Ihre Geschichte – also den Anfang und die Mitte – gar nicht. Da müsste ich das Manuskript erst mal lesen und …
Andres Ende: Wenn ich’s jetzt gleich schicke, wie lange dauert’s bei Ihnen?
FrauD: Sollten wir uns vielleicht nicht erst mal um die Rahmenbedingungen einig werden?
Andres Ende: Um die was? Ach wissen S’e, ich erzähl Ihnen einfach am Telefon, worum’s geht, dann können S’e mir sagen, wie ich weiter machen soll.
Es folgt ein Schwall Worte, währenddessen kocht sich FrauD neuen, sehr sehr starken Kaffee und geht mal für kleine Mädchen, räumt die Waschmaschine aus und so Zeug …
Andres Ende: Was schlagen S’e mir vor?
FrauD: Tja, auf die Schnelle kann ich Ihnen dazu nichts sagen, da müsste ich mich …
Andres Ende: Was sind Sie denn für eine? Ham S’e Ihr‘n Beruf im Lotto gewonnen?
FrauD: Hallo? So was dauert vielleicht auch, oder? Und umsonst arbeite ich schon gar nicht, werden Sie wohl verstehen.
Andres Ende: SIE wollen von MIR Geld dafür, dass ich SIE angerufen habe? Und Ihnen vertrauensvoll meine unveröffentlichte Geschichte anvertraut habe. SIE? [seltsames Gegurgel in der Leitung zu hören]
FrauD: Ähm, ja, das tut mir ja jetzt leid für Sie, aber in der Regel lasse ich mich schon bezahlen, wenn ich für jemanden arbeiten soll ...
Andres Ende: Abzocker, alles Abzocker. [aufgelegt]
Anm. d. Red: Dieses Telefonat hat tatsächlich vor zwei oder drei Jahren stattgefunden. FrauD hat sich erlaubt, aus der Erinnerung heraus und in etwa den Wortlaut wiedergebend, die prägnantesten Passagen herauszufiltern und um ein wenig solidarisches Mitleid zu betteln. Wer jetzt meint, solche Anrufe seien Einzelfälle, der hat zwar recht, aber der sollte sich mal durchlesen, was mich andererseits per Mail erreicht.
Also ich persönlich finde: Darüber kann man witzige Bücher schreiben. Vielleicht Die Leiden der alternden FrauD oder so.
Ich brüte zurzeit nicht nur eine ekelhafte Erkältung aus, sondern auch einige Sachen, die langsam reif sind und endlich in Angriff genommen werden sollen, bevor sie verfaulen.
Dazu gehört erst mal der Nachfolger meiner
Jane Doe am Montag, die demnächst neu aufgelegt und einen überarbeiteten Inhalt sowie ein neues Layout bekommt - passend zu dem aktuell geplanten Ding
Doe City - 24 Stunden.
Die beiden sehen dann etwa so aus:
Was DC von JD unterscheiden wird, ist, dass ich nicht alleine schreiben werde und im Gegensatz zu meiner Hauptfigur aus JD, die wir an einem Montag begleiten, hier 24 Episoden von 24 verschiedenen Singles zu je einer Stunde den Tag mit seinen 24 Stunden durchwandern.
Es ist nicht so, dass ich Langeweile habe, weil ich hier über ungelegte Eier schwabuliere, aber ich habe läuten hören, dass die Basisidee hier und da gefällt - wohl auch in einer der großspurigen Verlagshallen - und fixiere sie deshalb kackfrech einfach mal öffentlich als "mein Baby". In Worten:
Jane Doe am Montag und
Doe City - 24 Stunden - sind meins, kapische?
Wenn also eines Tages irgendein nachgeäfftes Teil in den Buchhandlungen herumdümpelt, wo nicht der FrauD sein Name draufsteht, ist's geklaut - und dann gibt's Mecker, das ist aber klar!
Eigentlich bin ich nicht so empfindlich wegen Ideenklau und denk mir - ha ha - lieber gut geklaut als schlecht selbst geschrieben - aber ich habe meine Gründe in dem Fall.
Gut, das war's schon für heute :-)