Das könnte ja überall sein.
Aber nicht bei den Lahn-Leichen, die sind nämlich jetzt draußen :)))
Ich gestehe: ich bin nicht unstolz, im Gegenteil.
Dass die FrauD vorne Sabine heißt, ist unschwer herauszufinden. Dass die FrauD natürlich Mails nicht mit FrauD unterschreibt - oder nur selten - ist auch klar.
Dass die Gute aber jetzt versehendlich unter eine Mail-Antwort
"Herzlichst
S@bine ..."
schrieb, gibt ihr schon zu denken.
Überlege gerade, ob der Wechsel vom 16000er DSL zurück zum kultigen Analog therapeutisch wertvoll wäre ...
Irgendwann letzte Woche bekam ich einen anonymen Anruf (ohne mitgelieferte Nummer natürlich) auf meine geheime Geheimfestnetznummer. Eine computergenerierte Frauenstimme erklärte mir, dass mein Vertrag mit Interdings Plus in Kürze abliefe. Um den zu kündigen, sollte ich die 1 drücken, um ihn zu verlängern, einfach auflegen. In den nächsten Tagen würde sich dann ein Mitarbeiter bei mir melden. Ah-so!
Perplex drückte ich die 1, um anschließend nachzuforschen, welch dubiosen Vertrag ich hier in geistiger Umnachtung abgeschlossen hatte. Dass ich nichts fand, war schon mal beruhigend, aber seltsam war es schon.
Einen Tag später klingelt es über meinen öffentlich zugänglichen Anschluss. Gleiches Spiel, gleiche Stimme, gleiche Botschaft, nur diesmal aufgelegt. Wollte doch mal sehen, wie so eine Vertragsverlängerung mit Auflegen geht.
Nach einigen Recherchen fand ich heraus, dass meines kein Einzelschicksal ist.
Dass man sich schnell mal verzetteln kann, wenn man irgendwo voreilig seine Daten eingibt und das kleinstgedruckte Kleingedruckte übersieht, in dem vielleicht steht, dass man ab sofort ein Jahresabo mit einem Monatsbeitrag von 599 Euro am Arsch hat, der im Voraus zu bezahlen ist, weiß ja mittlerweile jeder Depp. Ich bin auch nicht wirklich so ein Typ, der sich überall anmelden muss. Vorher lese ich. Das steckt einfach in mir. Selbst Kleingedrucktes. (Damit rechnen diese Abzocker ja nicht.)
Aber in diesem Fall gibt es null wirkliche Verträge, weder absichtlich noch versehendlich geschlossene. Weder bei mir noch bei anderen. Ziel dieser Spam-Aktion ist, an Bankdaten heranzukommen. Wahrscheinlich nicht, um Geld zu überweisen, was ja mal reizend wäre ...
Mental war ich also darauf vorbereitet, kurzfristig einen dritten Anruf zu bekommen, diesmal eben von einem Mitarbeiter. Dafür hatte ich mir einige schlaue Sätze zurechtgelegt. Meist klappt das, in Rhetorik war ich immer ganz gut. In der Regel bringe ich dies Callboys und -girls erst mal aus dem Konzept, indem ich sie während ihrer auswendig gelernten Standardsätze grob unterbreche und explizit nach dem vollständigen Namen des Anrufers, der Firma, in deren Auftrag der Anruf kommt (Postanschrift) und einer Rückrufnummer frage. Sollte das Gespräch diesen Punkt überleben, frage ich sofort nach, ob man im Verlauf des kommenden Geschwafels an irgendeiner Stelle intime Daten von mir haben möchte – Bankverbindung, sexuelle Ausrichtung, Gewicht ... so was halt.
Über diesen Punkt ist noch kein solcher Anruf hinausgekommen – er endet einfach. Meist von der anderen Seite ausgehend.
Ein ähnliches Schema hatte ich mir also auch für dieses erwartete Telefonat zurechtgelegt. Das muss ich nicht üben, das kann ich aus dem Effeff.
Als der Anruf dann tatsächlich kam, und zwar genau an meinem Geburtstag, hat‘s mich dann aber überrumpelt und all die intelligenten Sätze waren weg. Wusch, einfach so. Wenn an solchen Tagen das Telefon klingelt, ist meist wer am anderen Ende, der lieb gratulieren will. Und nach gefühlten 83 Telefonaten, die dem Wichser Mitarbeiter vorausgingen, wollte ich schon „Danke“ sagen, ehe der das Maul aufgemacht hat. Man automatisiert ja irgendwie …
Ohne Gratulation – Frechheit – erzählt der mir irgendwas von einem Vertrag und dass er jetzt … also was jetzt, hat er nicht mehr sagen können.
Ich wollte das gar nicht, es brach einfach aus mir raus. Beginnend mit einem lauten „HÄ? WER IST DA? WAS WOLLEN SIE? SAGEN SIE MAL IHREN NAMEN!“ (Großschreibung steht für laut schreien, und das stimmt so) – dem Versuch des anderen, zu erklären, was er will (er dachte ja erst, die Verbindung wäre schlecht) – und anschließend die mehrmals wiederholte Aussage meinerseits: „WOLLEN SIE MICH EIGENTLICH VERARSCHEN? WOLLEN SIE DAS? WOLLEN SIE MICH VERARSCHEN, SIE ARSCH? SIE WOLLEN MICH WIRLICH VERARSCHEN, ODER?“
Gut, das war weder intelligent noch sachlich oder cool, ich geb's zu. Da waren auch drei Gläser Sekt im Spiel, die sich im Nachhinein anfühlten wie drei Flaschen Wein. Aber es hat gewirkt. Die arme Sau am anderen Ende wusste überhaupt nicht, wie ihr geschah. Und nach einigen hilflosen und stotternden Versuchen, zu mir durchzudringen, legte er einfach auf.
Ich nehme nicht an, dass ich von diesem Pseudovertrag jemals wieder hören werde. Aber – ehrlich gesagt – ich habe mich anschließend sauwohl gefühlt. Einfach mal jemanden zusammenschreien, so richtig LAUT – das ist schon orgastisch.
Mann, wenn hier einer verarscht, dann bin ich das. So weit verstanden?