11. 01. 08

Tag 10 - geschafft

Es ist vollbracht, der 10. Fastentag ist da. Ins Auge gefasst hatte ich zwischen 10-14 Tage, doch weil ich in diesem Jahr die gesamte Fastenzeit länger ausdehne als sonst, soll die nahrungslose Zeit hiermit enden.
Ab heute Abend bzw. ab morgen wird dann wieder gefuttert. Was jetzt folgt, sind 10 Wochen, in denen auch weiterhin auf Fleisch, Fett, Süßes und Alkoholisches verzichtet wird.
Da ich ein bekennender Salat- und Suppenfreak bin, habe ich mir schon während der Nix-Phase etliche leckere Rezepte rausgesucht, die ich in der nächsten Zeit ausprobieren werde. (Dank an Susanne für den Tipp, während des Fastens Kochbücher zu lesen)
Vorzugsweise solche, von denen man auch essen kann, bis man satt ist.
Für den Anfang werde ich mich nachher erst mal in die Küche stellen und einen ordentlichen Topf Minestrone aufsetzen - ohne Speck, Nudeln und Salz, dafür mit viel Geschmack.
Salz ist übrigens ziemlich überflüssig, wenn man einen gut sortierten Gewürzbestand hat. Und den habe ich glücklicherweise.

Für ein Fasten-Resümee ist's sicher noch zu früh, das werde ich wohl erst um die Osterzeit herum ziehen. Und vermutlich werde ich die Fastenrubrik ab jetzt auch nicht mehr täglich bestücken - womit auch?
Aber bis jetzt kann ich sagen, dass mir die 10 Tage absolut nicht geschadet, sondern sehr gut getan haben.
Der Hunger hielt sich sehr in Grenzen, es war sporadisch mehr die Lust auf Kauen und gelegentliche Düfte, die mich haben sabbern lassen. Ansonsten und vom Körpergefühl her war es absolut in Ordnung. Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Heißhungerattacken oder übermäßige Schlaflosigkeit blieben aus, was mir sagt, dass ich alles richtig gemacht habe. Und - klar - ein bisschen Masse ist auch verschwunden. Bleibt nicht aus, wenn man dem Body die gewohnten Kalorien verweigert und er sich mit flüssigen Ersatzdrogen zufriedengeben muss.
Eigentlich ist es wie immer - erst mal anstrengend und die Hürde, den Anfang zu kriegen, muss halt genommen werden, - doch zurück bleibt ein samtiges Gefühl, das, bleibe ich in den kommenden Wochen weiter brav, auch noch lange anhalten wird.
Das Schöne daran ist das Umdenken, das - jedenfalls bei mir - in dieser Zeit und der nachfolgenden passiert: Dieses "darf-ich-nicht-Ding" ist einem "brauch-ich-ja-gar-nicht-Ding" gewichen. Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, mir irgendwas versagen zu müssen, die die Palette der Alternativen ist groß genug, um den inneren Schweinehund handzahm zu halten.
Von daher ist der Verzicht auch kein Verzicht, der weh tut.
Und das ist gut so.

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Nielsson - Jan 11, 10:23

Herzlichen Glückwunsch. :-)
Ich überlege mir ja sowas - nur aus Experimentierfreude - auch mal zu machen.
Bis jetzt habe ich mir nur wieder mein "definiertes Süßigkeitenfasten" vorgenommen.

Beim Salz habe ich aber festgestellt, dass eine gewisse Dosis eigentlich in jedes nicht-süße Essen hineinmuss.

arbiter (anonym) - Jan 11, 11:49

Salz gehört zu den "eigentlich" unverzichtbaren Mineralien, ist manchmal noch mit Elementen wie Jod oder Fluor verlinkt für den, der es mag/braucht oder sich letzteres einbildet. Der überwiegende Teil der Gewürzmenagemischungen ist mit Salz abgerundet, bis hin zu Herrn Maggi. Gibts med.wiss. Streit, ob für den Gesunden Salzverzicht gesund ist, vor allem im Zusammenhang mit großzügiger Flüssigkeitszufuhr, die ja `ne größere als üblich Menge an Mineralstoffen rausschleust. Ist kein Rat, nur ein Gedanke!
Die Leichtigkeits des Seins, aus Verzicht Lust zu machen, betrifft nicht nur Futter, sondern auch Rauch, auch wenn es nicht darin aufgeht. Immer gilt: Bleibts dabei? Auch das kein Vorschlag, nur ein Gedanke.
Und sonst: Respekt frau D und weiterhin viel Erfolg!
SabineD - Jan 11, 15:59

Dass Salz "muss", rede ich mir auch die meiste Zeit vom Jahr ein, denn ich liebe Salz und versalze auch gerne und oft. Von daher ist es für mich mal geschmacklich was Neues, ohne das weiße Gold zu würzen. Dabei kommen oft ziemlich spannende Sachen raus, unter denen mir Salz überhaupt nicht fehlt.
Na sicher, in manchen Mischungen ist was drinnen, aber um die mache ich derzeit auch einen kleinen Bogen und greife zu Uni-Gewürzen. Nicht immer, aber immer öfter.

Jod muss ich übrigens in Tablettenform nehmen. Hier gibt's also keine Defizite. Und Maggi und Co. haben derzeit Hausverbot. Die Herren Instantnahrungserfinder verdienen eh genug an mir. Alleweil ist mal Pause.
Aber - das mit dem lustvollen Rauchverzicht, das muss ich irgendwann noch üben. Zurzeit muss Einschränkung reichen, denn ich bilde mir ein, den Dampf zum Denken zu brauchen. Einbildung ist zwar auch nur eine Abart von Bildung, aber immerhin.
Ob's dabei bleibt? Sicher nicht für immer, nein. Dazu schlemme und genieße ich zu gerne und schlage auch bewusst manchmal über die Zielgerade. Aber dagegen hilft ja einmal jährlich fasten ;)
Und wenn das heuer vollbracht ist, braucht's 2009 auch nicht so lange.
arbiter (anonym) - Jan 11, 16:21

Das mit dem Rauch kann ich als Raucher, der nicht raucht, leidenschaftlich nachvollziehen! Ansonsten, öffentliches Rauchverbot ist vermutlich DIE wirtschaftspolitische Entscheidung des 21. Jahrhunderts: Ein Riesenmarkt für gebrauchte Aschenbecher.
SabineD - Jan 14, 09:45

Gebrauchte Aschenbecher würde ich im Fall der Fälle lieber verpoltern wollen. Allerdings werden die Heiratswilligen mit zunehmendem Eigenalter immer weniger. Schade.
Aber es gibt ja auch noch Ebay.

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