Ausgedünnt
Seit was weiß ich wie viel Jahren schaue ich immer wieder mal bei Sandra Uschtrin vorbei und halte mich dabei auf dem Laufenden, welche Ausschreibungen gerade aktuell sind. Ich gestehe, dass ich Anfang des 21. Jahrhunderts auch an einigen teilgenommen habe und es in dieser Folge zu diversen veröffentlichten Geschichten aus meiner Feder kam. Eine im Grunde nette Sache, über die allerdings die meisten Dranbleiber im Laufe der Jahre hinauswachsen. Man will irgendwann mehr als ein paar Seiten von sich selbst gegen einen lauwarmen - meist virtuellen - Händedruck in einem Buch finden, das kaum ein Mensch kauft. Natürlich ist der Kick anfangs motivierend, aber er vergeht auch wieder.
Mir ist gerade ausgefallen, dass dieser Kick offenbar auch den ausschreibenden Organen nicht mehr reicht, denn was sich da derzeit anbietet, scheint mir nur ein Bruchteil von dem zu sein, was noch vor drei, vier Jahren möglich war.
Einzig interessant für mich persönlich wäre da der momentan ausgeschriebene Kärntner Krimipreis 2008 mit dem putzigen Thema "Money. Geschichten von schönen Scheinen".
Woran das wohl liegen mag? Wird so viel Scheiße eingereicht, dass den Initiatoren langsam die Puste wegbleibt? Oder sollen Lesen und Bücher doch abgeschafft werden? Das wäre doch richtig schade.
Mir ist gerade ausgefallen, dass dieser Kick offenbar auch den ausschreibenden Organen nicht mehr reicht, denn was sich da derzeit anbietet, scheint mir nur ein Bruchteil von dem zu sein, was noch vor drei, vier Jahren möglich war.
Einzig interessant für mich persönlich wäre da der momentan ausgeschriebene Kärntner Krimipreis 2008 mit dem putzigen Thema "Money. Geschichten von schönen Scheinen".
Woran das wohl liegen mag? Wird so viel Scheiße eingereicht, dass den Initiatoren langsam die Puste wegbleibt? Oder sollen Lesen und Bücher doch abgeschafft werden? Das wäre doch richtig schade.
SabineD - Jan 23, 08:57
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recono - Jan 23, 10:29
Wird so viel Scheiße eingereicht? Kann durchaus sein. Wettbewerbe sind was für den Arsch - ich reiche keine Texte mehr irgendwo ein, ist mir meine Lebenszeit zu schade für - es muss auch anders gehen. Und wenn nicht, dann hats eben nicht sein sollen - naja meine Philosophie.
SabineD - Jan 23, 12:13
Ich mache es seit einiger Zeit bei solchen "Projekten für die Ehre" nach Lust. Wenn ich ein Thema interessiert und ich habe ne Idee, okay, wenn nicht, dann nicht. Aber ers wird immer weniger. Meist habe ich gar keine Lust mehr ;)
arbiter (anonym) - Jan 23, 11:50
Na ja, kürzlich hatte ich Gelegenheit von der Manu-schreibenden auf die Text-lesende Seite zu gucken. Pfui Deibl!!! Was da mit mindestens Nobel-Anspruch rumgereicht wird, ist der absolute Wahnsinn. Da fällt schon das Anschreiben durch`n Rost, weils an der Schreibe vom Kopf an abwärts fehlt. Legastheniker schreiben/lassen Legastheniker schreiben. Dabei hat vom Denken noch keiner gesprochen, und die denken, sie sind so`ne Kreuzung aus Charles Dickens und Thomas Mann. Und richtig böse werden die, wenn wer das nicht aber sofort anerkennt.
Dann gibt es Wettbewerbe, da nimmt kein Schwein (mehr) teil. Reichste `nen Beitrag ein, sind noch zwei da, sagt die Jurie, haste gewonnen, aber wegen der Teilnehmerzahl wird kein Preis vergeben. -Die Story geht noch weiter, gehört aber nicht hierher!
Dann gibts so`ne Wettbewerbe, wie SabineD erzählt: Warmer Händedruck, Abdruck in der Antho und der nächste Verleger/Lektor sagt: wer da veröffentlicht, das ist unter unserem Nivea. Neben auch keiner Kohle wieder `ne Tür zu.
Zum Schluß die gute Nachricht: Aufschwung Ost, Wirtschaftsboom, Börsenkräsch, Hierarchieverflachung: Das Portofolio für akzeptable Literaturpreise schmilzt und die "richtigen" Preise erhalten selbst unter den Etablierten immer dieselben Verdächtigen. -Kriegt Imre Kertesz mal eben den Marion-Samuel-Preis, weil er braucht für die neue Wohnung in Berlin noch Lampen. Kann man mit der Knete von Nobel nicht bezahlen. Also her mit den 15.000,- €. - Fürs Fußvolk und die Schreibeübenden bleibt da nicht mehr viel.
Was sich lohnt? Einfach lassen, die Teilnahme an Wettbewerben. Hier gibts `ne Altersbeschränkung, da sagt Gender no, beim nächsten darfste noch nix, beim übernächsten mußte gleich was Eigenständiges und ohne BoD/DKZ veröffentlicht haben. Umschlag und Porto sparen. Die/den Liebste(n) schnappen und schön ausgehen. Lohnt!
Dann gibt es Wettbewerbe, da nimmt kein Schwein (mehr) teil. Reichste `nen Beitrag ein, sind noch zwei da, sagt die Jurie, haste gewonnen, aber wegen der Teilnehmerzahl wird kein Preis vergeben. -Die Story geht noch weiter, gehört aber nicht hierher!
Dann gibts so`ne Wettbewerbe, wie SabineD erzählt: Warmer Händedruck, Abdruck in der Antho und der nächste Verleger/Lektor sagt: wer da veröffentlicht, das ist unter unserem Nivea. Neben auch keiner Kohle wieder `ne Tür zu.
Zum Schluß die gute Nachricht: Aufschwung Ost, Wirtschaftsboom, Börsenkräsch, Hierarchieverflachung: Das Portofolio für akzeptable Literaturpreise schmilzt und die "richtigen" Preise erhalten selbst unter den Etablierten immer dieselben Verdächtigen. -Kriegt Imre Kertesz mal eben den Marion-Samuel-Preis, weil er braucht für die neue Wohnung in Berlin noch Lampen. Kann man mit der Knete von Nobel nicht bezahlen. Also her mit den 15.000,- €. - Fürs Fußvolk und die Schreibeübenden bleibt da nicht mehr viel.
Was sich lohnt? Einfach lassen, die Teilnahme an Wettbewerben. Hier gibts `ne Altersbeschränkung, da sagt Gender no, beim nächsten darfste noch nix, beim übernächsten mußte gleich was Eigenständiges und ohne BoD/DKZ veröffentlicht haben. Umschlag und Porto sparen. Die/den Liebste(n) schnappen und schön ausgehen. Lohnt!
SabineD - Jan 23, 12:19
Vielleicht lässt es sich als ABM erklären? Also solche Wettbewerbe insgesamt. Autoren-Beschäftigungs-Maßnahme. Seit Internet und dem ganzen Zeugs, wo jeder plötzlich Autor werden will, krachen in den Verlagen sicher viel mehr Tische unter der Last zusammen wie vorher. Damit das im Rahmen bleibt, müssen die Autoren eben Aufgaben bekommen, mit denen sie zu tun haben. Und deshalb gibt's Wettbewerbe und so. Klingt das logisch?
Aber es stimmt schon - was ich alleine auf den Tisch bekomme ... und ich muss ja alles, weil, wegen Geld und so ... kann oft gleich in den Schredder. Würde ich mich fürs Schredder bezahlen lassen, wäre mein Leben auch leichter ;)
Aber es stimmt schon - was ich alleine auf den Tisch bekomme ... und ich muss ja alles, weil, wegen Geld und so ... kann oft gleich in den Schredder. Würde ich mich fürs Schredder bezahlen lassen, wäre mein Leben auch leichter ;)
arbiter (anonym) - Jan 23, 12:44
Klar, Web und all die Possibilities ziehen ein besch... eidenes Niveau noch mindestens drei Kellergeschosse tiefer. Aber mal ehrlich, das, was abgeliefert wird, war vor 10 Jahren auch schon Mist. Und jede Wette, der Mist steckt seit zehn Jahren immer noch drin in der Röhre und tobt von Lektorenschreibtisch zu Verlagsbriefkasten. Gerade die Speziellen geben ja nicht und nie auf! Da liefere ich jetzt mal ne ungehörige Metapher: "Bücherverbrennung? Nee! Das ist zu spät. Bei den Manuskripten muß man anfangen!" Der besondere Clou, die Strafe ist dann immer noch die hochkarätige Jurie! Da sitzt dann der 70-jährige stellvertretende Vorsitzende von irgend einem Schriftstellerverband, der zwei Jahre vorher bei der Cornelia von Goethe "Akademie" einen literarischen Schreibkurs mit Diplom absolviert, irgendwas anderes vor 50 Jahren nicht zu Ende studiert hat, und die Hausfrau mit abgebrochenem Germanistikstudium, die zwanzig Jahre nebenbei an ihrem ersten Roman schreibt, weil auch damit nicht zu Ende, Hausfrauendasein beendet hat und nur noch für Literatur lebt. Das Zeugs richtet über Deine/meine Texte. Mahlzeit! Aber der stellvertretende Vorsitzende von der Raiffeisen hilft ihnen ja. Geht nix über`n gescheites Hoffeuerchen! Pfeif auf die Nachbarn, auf Literaturwettbewerbe auch. Wenn überhaupt noch, dann lange ich in den Fundus. Hab`ich nischt zum Thema, laß ichs. Trotzdem schad`ums Porto.





















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