Waren wir auch so?
Ich fahre ja viel Auto (ja ich weiß, Sätze, die mit Ich beginnen, klingen egoistisch, so ist das.), und wenn nicht viel, dann wenigstens oft. Und so kommt es, dass ich regelmäßig hinter anderen Autos herfahren muss. Das ist nun mal so bei dem Verkehrsaufkommen heute. Regelmäßig muss ich dann etwas derart lesen wie "Eronimus-Kevin-Stephan fährt mit" und "Laura-Eurelia-Lisanne an Bord" oder "Melissa-Julia-Letitia, Sebastian-Christian-Otto und Maik-Kevin-Alexander sind immer mit dabei".
Manchmal frage ich mich, wie die Leute das alles auf ihre Heckscheiben kriegen.
Doch davon ab stelle ich mir vor, dass diese nächste, gut und ausführlich beschriebene, wohlwollend ausgeschilderte Generation in 18 - 20 Jahren wie die Teletubbies unsere Straßen mit Lkws bevölkern, weil die Heckscheiben einfach zu klein werden für das wachsende Mitteilungsbedürfnis und den Drang, immer längere, unaussprechlichere und sinnbefreitere Bindestrichnamen zu konstruieren.
Gut, ich geb zu, ich hatte vor 14 Jahren kurzfristig mal ein kleines rot-weißes Schild am Heck eines alternden Fords, auf dem stand "Baby an Bord", aber das Ding war nach dem ersten Besuch in der Waschanlage wieder weg.
Auch als es damals um die Namensfindung ging, waren HerrD und ich uns einig, dass es aussprechlich und vor allem behaltbar sein soll. Wobei die heutigen Kreationen keine Relevanz hatten, denn in diesem Umfang sind sie noch gar nicht ins Gewicht gefallen.
Wo wird das noch hinführen? Werden die Kreditanträge der Zukunft zwei Seiten mehr haben, damit die Unterschrift noch drauf passt? Und fallen die Kopfnoten in den Zeugnissen bald zugunsten des vollen Namens weg? Müssen die Kinder in der Schule demnächst DIN A3 Ranzen haben, weil die Namensschilder diesen Raum fordern? Und werden Telefongespräche noch billiger, weil schon die Hälfte der Zeit draufgeht, bis man sich vorgestellt hat?
Sind wir 90er- und ältere Eltern irgendwie die schlechteren, weil wir knapper kalkuliert und überlegt haben und es uns nicht so wichtig war, dass jeder Fremde Hornochse auf der Straße gleich unsere Kinder beim Namen nennen kann?
Ich stelle mir gerade vor, wie eine wildfremde Mutter mit ihrer kleinwüchsigen Bagage beim Einkaufen daher kommt und ich stehen bleibe, um die Kinder durchzuzählen und zu fragen: "Na, wer von euch ist denn jetzt die kleine Ammelie-Mirelle-Josephine?" Und mich der blöd dreinschauenden Mutter knapp vorstelle: "Sie parken neben mir."
Manchmal frage ich mich, wie die Leute das alles auf ihre Heckscheiben kriegen.
Doch davon ab stelle ich mir vor, dass diese nächste, gut und ausführlich beschriebene, wohlwollend ausgeschilderte Generation in 18 - 20 Jahren wie die Teletubbies unsere Straßen mit Lkws bevölkern, weil die Heckscheiben einfach zu klein werden für das wachsende Mitteilungsbedürfnis und den Drang, immer längere, unaussprechlichere und sinnbefreitere Bindestrichnamen zu konstruieren.
Gut, ich geb zu, ich hatte vor 14 Jahren kurzfristig mal ein kleines rot-weißes Schild am Heck eines alternden Fords, auf dem stand "Baby an Bord", aber das Ding war nach dem ersten Besuch in der Waschanlage wieder weg.
Auch als es damals um die Namensfindung ging, waren HerrD und ich uns einig, dass es aussprechlich und vor allem behaltbar sein soll. Wobei die heutigen Kreationen keine Relevanz hatten, denn in diesem Umfang sind sie noch gar nicht ins Gewicht gefallen.
Wo wird das noch hinführen? Werden die Kreditanträge der Zukunft zwei Seiten mehr haben, damit die Unterschrift noch drauf passt? Und fallen die Kopfnoten in den Zeugnissen bald zugunsten des vollen Namens weg? Müssen die Kinder in der Schule demnächst DIN A3 Ranzen haben, weil die Namensschilder diesen Raum fordern? Und werden Telefongespräche noch billiger, weil schon die Hälfte der Zeit draufgeht, bis man sich vorgestellt hat?
Sind wir 90er- und ältere Eltern irgendwie die schlechteren, weil wir knapper kalkuliert und überlegt haben und es uns nicht so wichtig war, dass jeder Fremde Hornochse auf der Straße gleich unsere Kinder beim Namen nennen kann?
Ich stelle mir gerade vor, wie eine wildfremde Mutter mit ihrer kleinwüchsigen Bagage beim Einkaufen daher kommt und ich stehen bleibe, um die Kinder durchzuzählen und zu fragen: "Na, wer von euch ist denn jetzt die kleine Ammelie-Mirelle-Josephine?" Und mich der blöd dreinschauenden Mutter knapp vorstelle: "Sie parken neben mir."
SabineD - Mrz 3, 16:27
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