Tagebuch
6:15 - Wecker springt an, FrauD quält sich aus dem schwappenden Bett. Sie war schon Stunden zuvor unsanft geweckt worden - derbe Gerüche zogen durchs Haus. Köter mit Magenverstimmung sind Köter, die kein Mensch braucht, insbesonders dann nicht, wenn sie im Leben nicht begreifen, sich bemerkbar zu machen, wenn sie AA müssen. Drecksviecher. Wer nachts zwei Mal putzen muss, kann um die Zeit keine gute Laune haben.
Gegen 7:00 Uhr - Zeitung gelesen und alles vergessen bis auf den Wetterbericht und das Horoskop. Beides sagt einen bewölkten Tag voraus. Kaffeekanne ist leer, Koffeinpegel noch nicht erreicht. Auf ein Neues.
Bis ca. 8:00 Uhr. Mails lesen, Anhänge lesen, sporadisch beantworten, oft gähnen, Hunde anschnauzen, die heute mal draußenbleiben müssen, aber jaulend protestieren. Bis auf diese Geräusche ist's noch still im Haus. Kind-Klein schläft noch, Kind-Groß war die Nacht bei einem Freund. Beste Voraussetzung, um mit dem Tageswerk zu beginnen.
Um 9:30 Uhr ohne Stolz auf das bisher Geschaffte geblickt und frustriert durch ein paar Blogs gewandert, halbherzig gelesen, nach Hosenanzügen geschaut. Konfirmation steht ins Haus und alle sind eingekleidet bis auf FrauD - die geht wahrscheinlich wieder in Jeans.
Versucht, weiterzuarbeiten, Kind-Klein wird wach, fordert Frühstück und Aufmerksamkeit und in der Küche siehts aus, als wären die Hunnen durchgeritten. Versucht, das zu ignorieren, zwecklos. Unlustig angefangen aufzuräumen, Kanne Roibushtee gekocht, Maul verbrannt, Hundescheiße vom Hof geschippt mit Zewafetzen in der Nase - boah, die stinken manchmal, als wären sie schon Monate tot und die Nachbarn sollen schließlich auch ihren Spaß haben.
Wieder ran an den Text, Telefon rappelt. Zum zweiten oder dritten Mal schon. Kind-Groß meldet sich zurück, es geht auf Mittag zu, Zeug muss zur Post und da liegt ein Einkaufszettel. HerrD muss später kochen, braucht also sein Handwerkszeug. Endlich ins Bad geschafft, duschen und was man da so macht, mit nassen Haaren ins Auto, scheelen Neugierigen erzählt, ich würde bei dem Wetter schwitzen wie eine Sau und im Supermarkt wieder Geld gelassen, das ich lieber behalten hätte.
Beim Mittagessen improvisiert - gekocht wird ja abends - und so viel sinnlose Handgriffe erledigt, dass ich mir keinen davon merken konnte.
Gegen 13:00 Uhr angefangen Einladungskarten für Kind-Klein-Geburtstag zu basteln - nur damit sie aufhört, sich mit Kind-Groß zu zoffen. Natürlich kackt der Computer ab, der Drucker hängt sich auf und die FrauD'schen Wallungen nehmen zu. Nebenan kreischen die Unerwachsenen lustig weiter und Reue flackert auf, damals nicht ins Kino gegangen zu sein. Telefon, Telefon, Telefon ... und Mails. Kurze Fragen, die lange Antworten fordern. Was schreib ich nur, was freundlich klingt? Internet verflucht, Job verflucht, Familie verflucht und noch den einen oder anderen, der es wirklich verdient.
14:30 Uhr steht Kind-Klein wieder auf der Matte, will zum Reiten. Ach du scheiße, fast vergessen. In Schallgeschwindigkeit erledigt, dreiviertel Stunde Zeit zum Arbeiten, und wieder los zum Abholen. Danach angehört, was Kind alles braucht: Hose, Schuhe, Handschuhe, Helm ... (Pferd, das hat sie sich nicht getraut). Kurz im Kopf überschlagen, wie viele Jahre ich arbeiten muss beim heutigen Tempo, um das zu erwirtschaften, aufgegeben, da zu alt darüber geworden.
16:30 Uhr - Kind-Groß verabschiedet sich nach nach erneut lautstarker Streiterei mit Schwester Gott sei Dank, ein Freund hat angerufen und ihn wegzitiert. Stoßgebet zum Himmel: Danke lieber Gott für Telefon.
Versucht, weiter zu arbeiten, Telefon!
HerrD verkündet seine Ankunft in wenigen Minuten und erbittet Kaffee, da nur auf der Durchreise mit Kollege und ja in der Zeit eben schnell kochen will. Fuck you. Aber bitteschön, mein Herzblatt, alles, was du willst. Zwischenstopp entpuppt sich als Homeversion von "Unter Volldampf" - Tafelspitz wird vorbereitet: Probekochen für die Konfi unter der Woche. Selbst schuld, FrauD. Konnest du blöde Kuh den Fleischbrocken nicht fürs Wochenende besorgen?
Fragt er liebevoll, ob es stört, wenn er dabei Rockantenne hört. NEIN, STÖRT ÜBERHAUPT NICHT, ich bin doch pflegeleicht. Es liegt ja zwischen den Bässen und mir immerhin eine dicke Tür aus 3 mm Sperrholz. Außerdem haben der Kollege und HerrD sich viel zu erzählen. Zwei volltönende maskuline Stimmen schaffen es locker, Pink Floyd und Metallica die Schranken zu weisen. STÖRT MICH NICHT DIE BOHNE, PAH!
Gegen 17:30 - Kind-Klein im Zimmer, HerrD nebst Kollege wieder unterwegs, nicht ohne Anweisungen dazulassen, wie mit dem kostbaren Braten seitens FrauD in den beiden nächsten Stunden zu verfahren ist und Trostküsschen plus "Du Arme, du hast's schon schwer" hiergelassen. Blablablubb. Die Küche - hier das Bild wiederzugeben, das sich bot, würde an Masochismus grenzen. Grund für einen Schreikrampf? Ja, wenn nicht jetzt, wann dann?
Und natürlich: TELEFON. Anrufer fragt unschuldig: "Stör' ich?"
"NEIIIN - JAAA!"
FrauD macht schlagartigen Evolutionssprung zurück in die Kindheit, streckt dem drängelnden Ding die Zunge raus, als es anschließend erneut loslegt und lässt es ausläuten. Genugtuung bleibt leider aus.
Vergebliche Mühe, zurück in den Text zu kehren. FrauD beschließt, diesen Tag einfach zu verfluchen und zu vergessen und ihren aufgestauten Bauchfrust ins Blog zu werfen.
Mag damit machen, wer und was immer er will.
Gegen 7:00 Uhr - Zeitung gelesen und alles vergessen bis auf den Wetterbericht und das Horoskop. Beides sagt einen bewölkten Tag voraus. Kaffeekanne ist leer, Koffeinpegel noch nicht erreicht. Auf ein Neues.
Bis ca. 8:00 Uhr. Mails lesen, Anhänge lesen, sporadisch beantworten, oft gähnen, Hunde anschnauzen, die heute mal draußenbleiben müssen, aber jaulend protestieren. Bis auf diese Geräusche ist's noch still im Haus. Kind-Klein schläft noch, Kind-Groß war die Nacht bei einem Freund. Beste Voraussetzung, um mit dem Tageswerk zu beginnen.
Um 9:30 Uhr ohne Stolz auf das bisher Geschaffte geblickt und frustriert durch ein paar Blogs gewandert, halbherzig gelesen, nach Hosenanzügen geschaut. Konfirmation steht ins Haus und alle sind eingekleidet bis auf FrauD - die geht wahrscheinlich wieder in Jeans.
Versucht, weiterzuarbeiten, Kind-Klein wird wach, fordert Frühstück und Aufmerksamkeit und in der Küche siehts aus, als wären die Hunnen durchgeritten. Versucht, das zu ignorieren, zwecklos. Unlustig angefangen aufzuräumen, Kanne Roibushtee gekocht, Maul verbrannt, Hundescheiße vom Hof geschippt mit Zewafetzen in der Nase - boah, die stinken manchmal, als wären sie schon Monate tot und die Nachbarn sollen schließlich auch ihren Spaß haben.
Wieder ran an den Text, Telefon rappelt. Zum zweiten oder dritten Mal schon. Kind-Groß meldet sich zurück, es geht auf Mittag zu, Zeug muss zur Post und da liegt ein Einkaufszettel. HerrD muss später kochen, braucht also sein Handwerkszeug. Endlich ins Bad geschafft, duschen und was man da so macht, mit nassen Haaren ins Auto, scheelen Neugierigen erzählt, ich würde bei dem Wetter schwitzen wie eine Sau und im Supermarkt wieder Geld gelassen, das ich lieber behalten hätte.
Beim Mittagessen improvisiert - gekocht wird ja abends - und so viel sinnlose Handgriffe erledigt, dass ich mir keinen davon merken konnte.
Gegen 13:00 Uhr angefangen Einladungskarten für Kind-Klein-Geburtstag zu basteln - nur damit sie aufhört, sich mit Kind-Groß zu zoffen. Natürlich kackt der Computer ab, der Drucker hängt sich auf und die FrauD'schen Wallungen nehmen zu. Nebenan kreischen die Unerwachsenen lustig weiter und Reue flackert auf, damals nicht ins Kino gegangen zu sein. Telefon, Telefon, Telefon ... und Mails. Kurze Fragen, die lange Antworten fordern. Was schreib ich nur, was freundlich klingt? Internet verflucht, Job verflucht, Familie verflucht und noch den einen oder anderen, der es wirklich verdient.
14:30 Uhr steht Kind-Klein wieder auf der Matte, will zum Reiten. Ach du scheiße, fast vergessen. In Schallgeschwindigkeit erledigt, dreiviertel Stunde Zeit zum Arbeiten, und wieder los zum Abholen. Danach angehört, was Kind alles braucht: Hose, Schuhe, Handschuhe, Helm ... (Pferd, das hat sie sich nicht getraut). Kurz im Kopf überschlagen, wie viele Jahre ich arbeiten muss beim heutigen Tempo, um das zu erwirtschaften, aufgegeben, da zu alt darüber geworden.
16:30 Uhr - Kind-Groß verabschiedet sich nach nach erneut lautstarker Streiterei mit Schwester Gott sei Dank, ein Freund hat angerufen und ihn wegzitiert. Stoßgebet zum Himmel: Danke lieber Gott für Telefon.
Versucht, weiter zu arbeiten, Telefon!
HerrD verkündet seine Ankunft in wenigen Minuten und erbittet Kaffee, da nur auf der Durchreise mit Kollege und ja in der Zeit eben schnell kochen will. Fuck you. Aber bitteschön, mein Herzblatt, alles, was du willst. Zwischenstopp entpuppt sich als Homeversion von "Unter Volldampf" - Tafelspitz wird vorbereitet: Probekochen für die Konfi unter der Woche. Selbst schuld, FrauD. Konnest du blöde Kuh den Fleischbrocken nicht fürs Wochenende besorgen?
Fragt er liebevoll, ob es stört, wenn er dabei Rockantenne hört. NEIN, STÖRT ÜBERHAUPT NICHT, ich bin doch pflegeleicht. Es liegt ja zwischen den Bässen und mir immerhin eine dicke Tür aus 3 mm Sperrholz. Außerdem haben der Kollege und HerrD sich viel zu erzählen. Zwei volltönende maskuline Stimmen schaffen es locker, Pink Floyd und Metallica die Schranken zu weisen. STÖRT MICH NICHT DIE BOHNE, PAH!
Gegen 17:30 - Kind-Klein im Zimmer, HerrD nebst Kollege wieder unterwegs, nicht ohne Anweisungen dazulassen, wie mit dem kostbaren Braten seitens FrauD in den beiden nächsten Stunden zu verfahren ist und Trostküsschen plus "Du Arme, du hast's schon schwer" hiergelassen. Blablablubb. Die Küche - hier das Bild wiederzugeben, das sich bot, würde an Masochismus grenzen. Grund für einen Schreikrampf? Ja, wenn nicht jetzt, wann dann?
Und natürlich: TELEFON. Anrufer fragt unschuldig: "Stör' ich?"
"NEIIIN - JAAA!"
FrauD macht schlagartigen Evolutionssprung zurück in die Kindheit, streckt dem drängelnden Ding die Zunge raus, als es anschließend erneut loslegt und lässt es ausläuten. Genugtuung bleibt leider aus.
Vergebliche Mühe, zurück in den Text zu kehren. FrauD beschließt, diesen Tag einfach zu verfluchen und zu vergessen und ihren aufgestauten Bauchfrust ins Blog zu werfen.
Mag damit machen, wer und was immer er will.
SabineD - Apr 4, 17:00
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