Bücher-Blog

25. 09. 08

La Le Lu

Wenn ich mich zu lange mit einer Geschichte befasse, fange ich an davon zu träumen. Im Augenblick träume ich, dass das Motiv meines reizenden Killers, über den ich schreibe, doof ist. Und wenn ich morgens aufstehe, überlege ich mir ein neues. Rache, Eifersucht u.ä. geht immer, ist aber auch langweilig.
In dem Fall ist es auch gar nicht wirklich wichtig. Trotzdem: Ich will, dass er eins hat, das nicht jeder hat. Ist das denn zu fassen ...

Übrigens: Ich lese gerade Der Seelenbrecher - Es ist schon unheimlich zu sehen, wie Sebastian Fitzek scheinbar aus dem Handgelenk einen Bestseller nach dem anderen daherschreibt. Nun habe ich alle vier Bücher von ihm und Die Therapie hat mir bis jetzt am besten gefallen. Obiges habe ich gerade erst begonnen. Bisher tue ich mich ein bisschen schwer damit. Mag aber dran liegen, dass ich im Augenblick wenig Zeit zum Lesen habe und nicht richtig vorwärts komme.
Ja, das gibt's. Das liegt nachweislich bei mir nicht immer am Buch. Ich bin schon über den spannendsten Geschichten eingeschlafen ... öhm. Ja!

Wenn ich fertig bin, gibt's den Senf dazu.

27. 06. 08

Donnerwetter

Angeben will ich ja nicht - ich schwör's - aber's gibt doch wirklich jetzt 12 Bücher (naja, eigentlich 12 Teile eines Buchs) von meinereiner Jane Doe am Montag.
DreyerJaneDoe1_web
Jesses, das sieht aus wie mein Lebenswerk, dabei fange ich doch eben erst an ... bin beeindruckt.

19. 06. 08

Wenn ein Volk liest

Das ist mal wirklich ein reizendes Surferl zwischendurch. Auf Volkslesen kann man sich jetzt von unbekannten Vorlesern aus bekannten Büchern vorlesen lassen - oder selbst anderen vorlesen. Youtube und Webcam machen's möglich.
Vielleicht auch eine neue Art von Verlagsbewerbung: Anstatt Exposees zu schreiben und Porto und Papier zu verschwenden ... liest der Autor einfach aus seinem Manuskript, lässt sich dabei bebildern und schickt bloß noch Links zum Verlag.
Kann man bei Gelegenheit mal fertig denken ...

12. 06. 08

Gelobt und gerührt

Da schoss mir doch die Röte ins Gesicht, als ich soeben gelesen habe, dass Max Herferts Lieblingskrimi aus der frisch erschienenen Box-Anthologie Million Dollar Mama der meine ist. Ich bin sehr gerührt und freue mich mit kindlichem Eifer darüber. Dass das Buch mit viel Geduld und auf Umwegen doch noch erscheinen konnte, verdanken wir Beteiligten Franziska Kelly, die unermüdlich darum gekämpft hat.
Von hier aus also erneut mein fettes DANKE an die Herausgeber.

boxbuch

10. 06. 08

Fremde Federn

Paul Cleave ist noch nicht so alt und bekannt. Und auch er hat das Rad nicht neu erfunden in seinem Buch Der siebte Tod und der literarische Anspruch ist sicher für den, der ihn sucht, kaum zu finden. Aber er hat immerhin eine neue Verpackung genommen.
Joe ist Putzmann. Ein bisschen erinnert er an Forrest Gump, denn so verkauft er sich seinem Arbeitgeber, dem Polizeirevier, in dem er seine Staubsaugerrunden zieht.
Joe hat zwei Goldfische, um die er sich liebevoll kümmert.
Joes Lieblingsessen ist Hackbraten - sagt seine Mutter, die er regelmäßig besucht.
Und Joe ist mächtig sauer. Denn manchmal bringt er Frauen um - bis jetzt waren es sechs - und irgendein Hallodri will ihm jetzt einen siebten Mord anhängen, was Joe natürlich stinkt. Individualist, wie er ist, will er natürlich wissen, wer sich da mit seinen Federn schmückt.

Die Story wird von Joe selbst erzählt. Und er nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund, der Schlächter. Vielleicht muss man hartgesotten sein, um diesen Thriller zu mögen und - wie ich - auch noch darüber schmunzeln zu können. Aber das Buch ist fantastisch. Vielleicht hätte ich mir ein etwas anderes Ende gewünscht. Der Lösungen gäbe es viele. Doch das war nicht von größter Bedeutung. Unterhaltung pur, wie ich es mir wünsche.
Ich sag nur: Ein Sonntagnachmittag. Es zieht einen schon rein.

05. 06. 08

Jane Doe goes Mobilebooks

Ta ta ta ta - törö.
Da issi nun, die Gute.
DreyerJaneDoe1_web
Ab heute downloadfähig fürs Handy mit Teil 1 von 12. Hach, ist das aufregend.
Jetzt aber mal ganz schnell ans Handy und los-simsen. So wie sonst auch.

Übrigens sind Mobilebooks eine - wie ich finde - geniale Idee, besonders für unterwegs und diejenigen, die zwar gerne lesen, aber nicht immer und überall Bücher mit hinschleppen wollen. Ich drücke den Betreibern ordentlich die Daumen, dass sich das Medium bald einen nicht mehr wegzudenkenden Namen macht und ganz viele Leseratten begeistert.

14. 05. 08

Horrorreich, aber erfolgreicher Fluchtversuch

Bei den Nachbarn ist ordentlich was los. Erst dieser Inzestdrecksack von Amstetten, gerade lese ich das und denke so bei mir: Scheiße nä. Mehr fällt mir tatsächlich nicht ein, aber ich bin wieder voller Selbstzweifel. Wen soll in Gottes Namen noch interessieren, was ich irgendwann mal schreiben werde, denn in dem Genre, in dem ich mich austobe, sind solche Sachen vielleicht noch unterhaltsam. Aber möchte man nicht irgendwann alle Krimis und Thriller einfach nur noch verbrennen und sich kostenlos an den Nachrichten ergötzen ... wo es die doch auch schon mit bewegten Bildern gibt?
Schriftsteller mögen ja dann und wann kaputt sein, aber wie kaputt ist der Rest der Welt?

Dann lieber einen Fluchtversuch.
Fluchtversuch
Auch wenn das Buch laut Amazon noch nicht erschienen ist, liegt es hier neben mir und wurde schon ausgiebig getätschelt. Der Autor Uli Wenzel ist einer der ganz wenigen männlichen Autoren, die es geschafft haben, mich nicht nur mit der Geschichte sondern auch mit einer unterhaltsamen Sprache erobert zu haben.
Man möge sich vorstellen, dass FrauD abends mit dem ausgedruckten Manuskript auf der Couch liegt und beginnt zu lesen und sich gleich auf der ersten Seite vor Lachen dermaßen verschluckt, dass auf den weiteren 17 Seiten noch heute die Tropfen zu sehen sind. Ich weiß: say it, don't spray it, aber es ging nicht anders.
Ich war von Anfang an ... ja, entzückt ist vielleicht das richtige Wort ... von diesem Manuskript und steckte es, ohne zu wissen, ob es das gibt, in die Schublade "Männerroman". Vielleicht auch deshalb, weil ich kurz zuvor Mondscheintarif gelesen hatte.
Aber mal im Ernst: nicht nur Frauen haben Beziehungsprobleme, oder? Warum sollten also nicht auch Männer Beziehungsromane mit einem Augenzwinkern schreiben?
Ich bin - ja - ganz schön stolz auf meinen Autor und meine Nase.

Ich darf erwähnen, dass z.B. Droemer Knaur dieses Manuskript nur abgelehnt hat, weil der Slot "heiterer Männerroman" schon von einer anderen Autorin besetzt war. Man lasse sich das bitte mal auf der Zunge zergehen: Autorin.

Kurze Rede, langer Sinn: Fluchtversuch ist unbedingt lesenswert, flüssig geschrieben, authentisch vor allem und eine kurzweilige Lektüre, nach der man sich wünscht, gleich noch was von Uli Wenzel zu lesen. Und dann besorgt man sich am besten umgehend Matala.
matala_t

Hach, da freut sich doch das Lektorenherz ...

30. 04. 08

Eine kleine Meinung

Ich hatte ja hier schon angekündigt, mich über das Buch von Josephine Kroetz Man muss die Welt nicht verstehen,
man muss sich bloß in ihr zurechtfinden,
noch mal zu lamentieren. Jetzt geht das zwischen leerem Koffer und Showdown vor dem Abflug.

Lydia – Lü – lebt im antiken Griechenland. Das aufgeschlossene Mädchen mit den für das Teenageralter typischen Ich-will-mich-aber-nicht-fügen-Zügen liebt das Theater, darf allerdings, weil weiblich und vor längst vergangenen Zeiten, ihrer Leidenschaft nicht nachgehen, die ausschließlich den Männern vorbehalten ist. Trotzdem schleicht sie sich heimlich und in Verkleidung eines Mannes in eine Vorstellung und ist begeistert.
Trotz aller Vorsicht fliegt ihre Ungeheuerlichkeit auf und ihr Vater hinterlässt ihr auf einem Zettel eine Nachricht: „[…] Du hast jetzt ein Problem. Dein Papa!“
In ihrem Kummer geht Lü zum Orakel von Delphi und wird – erstaunlicherweise – von einer alten Frau erwartet, die sie mit folgenden Worten entlässt: „Ich soll dir ausrichten, dass all deine Fragen, die dich umtreiben, beantwortet werden können. Aber dafür musst du dich auf eine Reise begeben, die nicht einfach wird. Um von ihr zurückkommen zu können, musst du lernen zu verstehen …“
Wieder zuhause, wird Lü krank und findet sich plötzlich im 21. Jahrhundert wieder.

Alles kommt ihr bekannt und vertraut vor, aber sie erlebt es trotzdem zum ersten Mal und muss erst lernen, diese bekannten Selbstverständlichkeiten zu durchleben und zum ersten mal zu praktizieren.
Das anfangs traute Heim, in dem sie sich beginnt wohlzufühlen, gerät jedoch ins Wanken. Ihr Vater – ein Lehrer – schleppt berufliche Probleme mit sich herum, ihre Mutter – eine „verhausfraulichte“ Journalistin – ist unzufrieden und will in den Beruf zurück. Es kriselt in der heilen Welt und Lü’s jüngerer Bruder Davinci macht seinem bedrückten Youngster-Herzen Luft, indem er Tagebuch schreibt.
Obwohl die Streitereien der Eltern sich häufen, verliebt sich Lü in Patrick – ein cleverer Schachzug der Götter?
In ihrer Ohnmacht schreibt Lü ihren Eltern einen Brief, in dem sie beide energisch zur Räson bringt. Doch es soll noch einige Tage dauern und die Trennung offiziell werden, ehe den Eltern wieder auffällt, dass ihr Rosenkrieg auf dem Schultern von zwei kleinen Menschen mit ausgetragen werden muss. Langsam geht ihnen ein Licht auf und sie üben sich im Umgang miteinander.
Lü’s Rückkehr ins alte Griechenland scheint nichts mehr im Wege zu stehen, doch eigentlich gefällt es ihr hier mittlerweile ganz gut und besonders Patrick will sie nicht verlieren.

Lü’s spannende und wichtige Geschichte wird uns von Dionysos, dem jüngsten der großen griechischen Götter, erzählt. Ihre Botschaft ist klar von großer Aktualität: Gespräche und ehrliche Umgang innerhalb der Familie sind die Basis, um zu verstehen und miteinander auszukommen.

Josephine hat mich in mehrfacher Hinsicht mit diesem Buch überrascht. Nicht nur, weil ihre Protagonistin Lü ein Sprachrohr für unzählige betroffene Kinder und Jugendliche aus gescheiterten Ehen ist, sondern auch, wie liebevoll und charmant sie den Bogen zwischen der Welt der Mythen und Legenden in die Gegenwart gezogen und damit einen märchenhaften Realitätsroman auf die Beine gestellt hat, der zum Nachdenken und Schmunzeln anregt, ohne ein Klischee bedienen zu wollen. Und all das in einer flüssigen, aber eindringlichen Sprache, die nicht durch elegante Verschnörkelung beeindrucken will, sondern durch ihre Klarheit besticht und authentisch erzählt.
Von daher ist es dieses intelligente und unterhaltsame Buch nicht nur in Anbetracht des Alters der Autorin eine stramme Leistung, es war auch längst überfällig, jenen ein Podium zu geben, die überwiegend ohnmächtig den oft egoistischen und heuchlerischen Auseinandersetzungen der „Erwachsenen“ ausgesetzt sind und verzweifelt versuchen zu verstehen, warum plötzlich ihre Familie zerbricht.

***

Als Sachbuch würde ich dieses Buch nicht ausweisen wollen, obwohl es bestimmt in die Regalreihe der „Scheidungsopfer“ hineingehört. Viel mehr sollte sein Platz in der Jugendliteratur sein, auch wenn es für die Elterngeneration gleichermaßen bedeutungsvoll ist.



Mein Rat: kaufen, lesen und zu Herzen nehmen, auch wenn man von Scheidung oder Trennung (noch) nicht betroffen ist.

23. 04. 08

Aktionsbündnis für faire Verlage

Kommentarlos schließe ich mich am Welttag des Buchs dem Fairverlag an und hoffe, dass die Folge dieses Bündnis' eine sein wird, die mich schadenfroh und laut lachen lässt - bald.

18. 04. 08

11 Tage

Es war Anfang des Monats, als ich den Bescheid bekam, das Josephines Buch zu mir unterwegs sei. Hei ho, und jetzt ist es da. Ganze 11 Tage war es unterwegs und ich frage mich, ob da wer mit dem Büchlein im wasserdichten Säckchen durch den Atlantik geschwommen ist.
Madi, Madi, wegen dir habe ich jetzt eine verbrannte Nase und meine Sommersprossen sind wieder da, denn ich hatte es mit auf der Sonnenbank. Das fängt ja schon gut an.
Also obacht: Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich bloß in ihr zurechtfinden bitte NICHT irgendwohin mitnehmen, wo Sonnen strahlen, Töpfe kochen oder Autos fahren. Das könnte fatal werden, denn man muss das Buch schon lesen, um um die Welt um sich zu vergessen. ;)

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Aktionsbündnis für faire Verlage

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Wer lesen kann, ist - klar - im Vorteil


Sebastian Fitzek
Der Seelenbrecher


Joy Fielding
Lauf, Jane, lauf


Astrid Lindgren
Die Brüder Löwenherz



Susanne Mischke
Liebeslänglich



John Katzenbach, Anke Kreutzer
Der Patient





Sebastian Fitzek
Die Therapie. Psychothriller


Simon Beckett, Andree Hesse
Die Chemie des Todes


Simon Beckett
Kalte Asche



John Katzenbach, Anke Kreutzer
Das Opfer


Peter James, Susanne Goga-Klinkenberg, Susanne Goga- Klinkenberg
Stirb ewig.


Karin Slaughter, Teja Schwaner
Belladonna.


Lisa Jackson, Elisabeth Hartmann
Shiver. Meine Rache wird euch treffen

Norbert Heinrich Holl
Normans Geheimnis

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