Bewegend schreiben
Das geht nicht wirklich. Ich könnte jetzt nicht beim Rumlaufen tippen. Maximal auf dem Pezziball sitzend und darauf rumhoppelnd. Soll ja für den Rücken gut sein, mir fehlt dabei die Bequemlichkeit, die ich in meinem Monstersessel habe - also zurück lehnen können und Armlehnen haben.
Aber mal im Ernst. Wir Sesselpupser haben ein schweres Los. Es sitzt sich sogar bei Überstunden besser, als müsste man laufen, stehen, springen, klettern ... Ich wäre damals, als ich noch stehenden Fußes arbeiten musste, nie auf die Idee gekommen, freiwillige Stunden anzuhängen, wenn mir Füße schon nach dem Muss weh tun. Ein bisschen länger sitzen dagegen schaffe ich auf der linken Arschbacke, ohne die rechte bitten zu müssen.
Nun schaue ich ja in diesem adventsinnlichen Tagen schon wieder auf fast ein halbes Jahr neumodisches Fitnessstudio zurück. Neumodisch deshalb, weil ich Ende der 80-er, Anfang der 90-er schon mal dabei war und sich seitdem viel geändert hat. Heute sind solche Zirkel in, in denen man gegen Luftdruck ankämpft. Eisen ist out, und man stemmt auch keine Gewichte mehr, sondern drückt Piep-Tasten und stellt digitale Gewichte ein. Oder so.
Nach so vielen Jahren Rumsitzen, ohne den Elan, so was Albernes wie Nordic Walking machen zu wollen, war es einfach an der Zeit, sich mal wieder zu bewegen.
Einen Sport zu finden, der mir Spaß macht, war überhaupt die größte Herausforderung. Ich hab's nicht so mit dem Vereinsgemeier, und als Solo-Jogger/Walker/Biker bin ich auch nicht tauglich.
Da fehlt der Riss, der Ansporn.
Und Kuschelsport mag ich schon mal gar nicht. Wenn ich mich schon quäle, dann muss zumindest auch etwas wie Schweiß laufen und Erschöpfung kommen, besser noch Muskelbrennen. Und ich schäme mich auch nicht für die Fratzen, die man unbewusst zieht, wenn es anstrengend wird. Trainiert die Gesichtsmuskeln gleich mit - ist auch schön.
Was ich auch nicht wollte, sehe ich oft im Studio. Da gehen Leute hin, taugliche Maße als Werbeplakatfläche, und erzählen stolz, dass sie das schon seit X Jahren machen. Sitzen auf Bikes und lesen dabei Zeitung, stellen nur gerade so viele Gewichte ein, dass sie das Gesicht nicht vor Anstrengung verziehen müssen (könnte ja einer mitbekommen), und tratschen, was das Zeug hält und haste nicht gesehen. Nach einer Stunde kippen sie drei Eiweißshakes und sieben Müsliriegel rein und freuen sich, weil sie so sportlich sind.
Selbstgefälliges Nichtstun in Gesellschaft. Dafür Geld auszugeben ... meins wäre das nicht.
Wenn ich aber zurückblicke auf mein letztes halbes Jahr, dann bin ich ganz zufrieden, denn tatsächlich wirkt das Krafttraining nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Ich kann mich besser konzentrieren, habe mehr Ideen, es schreibt sich leichter und insgesamt scheint der Kopf nach dieser absoluten Quälerei leerer und deshalb bereiter für neue Untaten zu sein. Es ist so, als würde man den ganzen Kopfrotz rausstöhnen, im weglaufen, in wegstrampeln und wegstemmen und -reißen.
Das ist jetzt aber nicht das Ergebnis von Pseudosport mit Fliegengewichten, ich schwöre. In diesem Ding neige ich zum Masochismus und krieche in der Folge erst mal auf den Brustwarzen heim, ehe ich mich frisch geduscht und freigeblasen ans Tageswerk machen kann.
Ich kann allen Sitz- und Kopfkollegen, die den Arsch nicht hochbekommen, gern ans Herz legen, sich mit dem Unsäglichen, dem Anstrengenden, dem Schweißtreibenden - dem Kampf um die Kraft und die Muskeln und die Ausdauer - mal zu befassen.
Ganz nebenbei: Muskeln machen schön und schlank und jede Diät hinfällig.
Bewegend schreiben also doch. Wörtlich wie sinngemäß, denn auch das klappt besser.
Aber mal im Ernst. Wir Sesselpupser haben ein schweres Los. Es sitzt sich sogar bei Überstunden besser, als müsste man laufen, stehen, springen, klettern ... Ich wäre damals, als ich noch stehenden Fußes arbeiten musste, nie auf die Idee gekommen, freiwillige Stunden anzuhängen, wenn mir Füße schon nach dem Muss weh tun. Ein bisschen länger sitzen dagegen schaffe ich auf der linken Arschbacke, ohne die rechte bitten zu müssen.
Nun schaue ich ja in diesem adventsinnlichen Tagen schon wieder auf fast ein halbes Jahr neumodisches Fitnessstudio zurück. Neumodisch deshalb, weil ich Ende der 80-er, Anfang der 90-er schon mal dabei war und sich seitdem viel geändert hat. Heute sind solche Zirkel in, in denen man gegen Luftdruck ankämpft. Eisen ist out, und man stemmt auch keine Gewichte mehr, sondern drückt Piep-Tasten und stellt digitale Gewichte ein. Oder so.
Nach so vielen Jahren Rumsitzen, ohne den Elan, so was Albernes wie Nordic Walking machen zu wollen, war es einfach an der Zeit, sich mal wieder zu bewegen.
Einen Sport zu finden, der mir Spaß macht, war überhaupt die größte Herausforderung. Ich hab's nicht so mit dem Vereinsgemeier, und als Solo-Jogger/Walker/Biker bin ich auch nicht tauglich.
Da fehlt der Riss, der Ansporn.
Und Kuschelsport mag ich schon mal gar nicht. Wenn ich mich schon quäle, dann muss zumindest auch etwas wie Schweiß laufen und Erschöpfung kommen, besser noch Muskelbrennen. Und ich schäme mich auch nicht für die Fratzen, die man unbewusst zieht, wenn es anstrengend wird. Trainiert die Gesichtsmuskeln gleich mit - ist auch schön.
Was ich auch nicht wollte, sehe ich oft im Studio. Da gehen Leute hin, taugliche Maße als Werbeplakatfläche, und erzählen stolz, dass sie das schon seit X Jahren machen. Sitzen auf Bikes und lesen dabei Zeitung, stellen nur gerade so viele Gewichte ein, dass sie das Gesicht nicht vor Anstrengung verziehen müssen (könnte ja einer mitbekommen), und tratschen, was das Zeug hält und haste nicht gesehen. Nach einer Stunde kippen sie drei Eiweißshakes und sieben Müsliriegel rein und freuen sich, weil sie so sportlich sind.
Selbstgefälliges Nichtstun in Gesellschaft. Dafür Geld auszugeben ... meins wäre das nicht.
Wenn ich aber zurückblicke auf mein letztes halbes Jahr, dann bin ich ganz zufrieden, denn tatsächlich wirkt das Krafttraining nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Ich kann mich besser konzentrieren, habe mehr Ideen, es schreibt sich leichter und insgesamt scheint der Kopf nach dieser absoluten Quälerei leerer und deshalb bereiter für neue Untaten zu sein. Es ist so, als würde man den ganzen Kopfrotz rausstöhnen, im weglaufen, in wegstrampeln und wegstemmen und -reißen.
Das ist jetzt aber nicht das Ergebnis von Pseudosport mit Fliegengewichten, ich schwöre. In diesem Ding neige ich zum Masochismus und krieche in der Folge erst mal auf den Brustwarzen heim, ehe ich mich frisch geduscht und freigeblasen ans Tageswerk machen kann.
Ich kann allen Sitz- und Kopfkollegen, die den Arsch nicht hochbekommen, gern ans Herz legen, sich mit dem Unsäglichen, dem Anstrengenden, dem Schweißtreibenden - dem Kampf um die Kraft und die Muskeln und die Ausdauer - mal zu befassen.
Ganz nebenbei: Muskeln machen schön und schlank und jede Diät hinfällig.
Bewegend schreiben also doch. Wörtlich wie sinngemäß, denn auch das klappt besser.
SabineD - 30. Nov, 11:35
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