Das Schreiben der Lämmer
Es gab Zeiten, in denen ich relativ empfindlich darauf reagiert habe, wenn ich von mutmaßlichen Kunden nach stundenlanger Angebotskalkulation, obwohl dieser akribischen Eruierung gleich zu Beginn ein ungefährer Rahmen vorausgeschickt wurde, eine Abfuhr bekam. Abfuhren dieser Art sind meist sehr leise bis vollkommen schweigsam und sagen entweder sinngemäß "Ich überleg‘s mir noch mal und melde mich wieder …" oder eine Reaktion bleibt ganz aus. Sagen wollen sie dasselbe: Ups, zu teuer!
Solchen Schäfchen muss man sich oft weit unter Wert anbiedern, um die Kommunikation am Leben zu halten. Wer will das schon?
Früher hat mich so was angesäuert und ich dachte: Ihr Schafe, warum klaut ihr mir meine Zeit, habt ihr keine andere Wiese zum abgrasen?
Aber die Zeiten haben sich geändert, so wie ich mich auch in einigen Dingen verändert habe. Und auch die Schäfchen blöken wieder lauter und haben seltener Scheu, direkt zu sagen: "Ist mir zu teuer, mäh."
Na gut, am Ergebnis ändert es wenig: Eine Zusammenarbeit findet nicht statt.
Mittlerweile kann ich mit dem Schreiben oder Schweigen der Lämmer ganz gelassen umgehen. Mir ist die Lust vergangen, jeden be-scheren zu wollen, dass Textarbeit eine Arbeit ist wie jede andere auch und dass hinter einem Preis mit vier oder fünf Ziffern kein 24-Stunden-Job steht, sondern oft Wochen oder Monate Arbeit, womit das tatsächliche Einkommen von uns Mulitmillionären - umgelegt auf den Zeitaufwand - schon wieder in einem ganz anderen Licht dasteht.
Wir Texter und Schreiber sind - ich schwöre - alle nicht die Großverdiener, die man gern in uns sehen will, auch wenn wir's gerne wären. Es ist deshalb schon fast ein bisschen frech - oder naiv - zu fragen, ob man nicht einen Job, der 2000 Euro wert ist, auch für 300 machen könnte, weil die von der Konkurrenz machen's ja auch ...
Nun, wer mit angemessenen Honoraren abseits von Beleidigungen ein Problem hat, soll sich doch bitteschön gleich einen der Konkurrenz-Böcke suchen, der breit ist, für Almosen auch noch gute Arbeit abzudecken. Von denen gibt es glücklicherweise genug, von deren Arbeitsmoral -qualität wollen wir mal nicht reden. Und auch nicht von der engagierten Verzweiflung, die einige dazu treibt, einfach alles für jeden Appel und ein paar Eier zu bespringen ... Kann, wer so voller Existenzsorge ist, überhaupt noch kreativ arbeiten ...? Das ist wie Lotto spielen, das muss man einfach riskieren, Mensch.
Aber auch, wenn es oft erst einmal aussieht, als nähmen die Hobby- und Discount-Texter uns armen Fleißbienchen die Jobs weg ... ganz oft kommen sie trotzdem wieder - die Discount-Kunden - und stellen traurig fest, dass sie eine ganze Menge hätten sparen können, wären sie gleich geblieben.
Zu der kleinen Schadenfreude, die mich dabei besteigt, traue ich mich, hinzufügen:
Ich bin nicht teuer, ich bin wertvoll!
Denn anders wäre es so, als wäre ich eine Edelnutte und würde mich benehmen wie eine 10-Euro-Schlampe.
Also, macht, was ihr wollt, ihr Lämmer, schreibt oder schweigt, aber stehlt mir nicht meine Zeit. Denn ich bin nicht mehr die Jüngste und lege mich lieber in die Sonne und lasse mir den Bauch kraulen, anstatt mich stundenlang mit fremdem Kram zu beschäftigen, der mich schon deshalb nicht interessieren muss, weil ihr längst wisst, dass ihr in der falschen Liga gelandet seid.
PS: Bei MyHammer gibt's übrigens einige Kollegen, die sich ein Bein ausreißen für schlecht bezahlte Text-Jobs. Da findet jeder den Anbieter, den er verdient.
Solchen Schäfchen muss man sich oft weit unter Wert anbiedern, um die Kommunikation am Leben zu halten. Wer will das schon?
Früher hat mich so was angesäuert und ich dachte: Ihr Schafe, warum klaut ihr mir meine Zeit, habt ihr keine andere Wiese zum abgrasen?
Aber die Zeiten haben sich geändert, so wie ich mich auch in einigen Dingen verändert habe. Und auch die Schäfchen blöken wieder lauter und haben seltener Scheu, direkt zu sagen: "Ist mir zu teuer, mäh."
Na gut, am Ergebnis ändert es wenig: Eine Zusammenarbeit findet nicht statt.
Mittlerweile kann ich mit dem Schreiben oder Schweigen der Lämmer ganz gelassen umgehen. Mir ist die Lust vergangen, jeden be-scheren zu wollen, dass Textarbeit eine Arbeit ist wie jede andere auch und dass hinter einem Preis mit vier oder fünf Ziffern kein 24-Stunden-Job steht, sondern oft Wochen oder Monate Arbeit, womit das tatsächliche Einkommen von uns Mulitmillionären - umgelegt auf den Zeitaufwand - schon wieder in einem ganz anderen Licht dasteht.
Wir Texter und Schreiber sind - ich schwöre - alle nicht die Großverdiener, die man gern in uns sehen will, auch wenn wir's gerne wären. Es ist deshalb schon fast ein bisschen frech - oder naiv - zu fragen, ob man nicht einen Job, der 2000 Euro wert ist, auch für 300 machen könnte, weil die von der Konkurrenz machen's ja auch ...
Nun, wer mit angemessenen Honoraren abseits von Beleidigungen ein Problem hat, soll sich doch bitteschön gleich einen der Konkurrenz-Böcke suchen, der breit ist, für Almosen auch noch gute Arbeit abzudecken. Von denen gibt es glücklicherweise genug, von deren Arbeitsmoral -qualität wollen wir mal nicht reden. Und auch nicht von der engagierten Verzweiflung, die einige dazu treibt, einfach alles für jeden Appel und ein paar Eier zu bespringen ... Kann, wer so voller Existenzsorge ist, überhaupt noch kreativ arbeiten ...? Das ist wie Lotto spielen, das muss man einfach riskieren, Mensch.
Aber auch, wenn es oft erst einmal aussieht, als nähmen die Hobby- und Discount-Texter uns armen Fleißbienchen die Jobs weg ... ganz oft kommen sie trotzdem wieder - die Discount-Kunden - und stellen traurig fest, dass sie eine ganze Menge hätten sparen können, wären sie gleich geblieben.
Zu der kleinen Schadenfreude, die mich dabei besteigt, traue ich mich, hinzufügen:
Ich bin nicht teuer, ich bin wertvoll!
Denn anders wäre es so, als wäre ich eine Edelnutte und würde mich benehmen wie eine 10-Euro-Schlampe.
Also, macht, was ihr wollt, ihr Lämmer, schreibt oder schweigt, aber stehlt mir nicht meine Zeit. Denn ich bin nicht mehr die Jüngste und lege mich lieber in die Sonne und lasse mir den Bauch kraulen, anstatt mich stundenlang mit fremdem Kram zu beschäftigen, der mich schon deshalb nicht interessieren muss, weil ihr längst wisst, dass ihr in der falschen Liga gelandet seid.
PS: Bei MyHammer gibt's übrigens einige Kollegen, die sich ein Bein ausreißen für schlecht bezahlte Text-Jobs. Da findet jeder den Anbieter, den er verdient.
SabineD - 4. Aug, 14:00
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