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Schreib-Blog

02. 09. 09

Rico Beutlich spielt mit Zuschussverlagen

Spiegel online schreibt am 28.08. einen sinnlichen Artikel, über den ich mich - und wahrscheinlich Quillionen andere - köstlich amüsiert habe. Und ich werde es mir an dieser Stelle auch dezent verkneifen, über das lustige Spiel des Rico Beutlichs mit Zuschussverlagen selbst zu berichten. Auch wenn ich gegen dieses Grüppchen an sich nichts habe - jeder, der schreiben will, sollte auch fähig sein, vorher zu lesen, wo er veröffentlichen könnte - so packt es mich doch besonders bei einem der Spielpartner gar schadenfreudig am Zwerchfell.

29. 07. 09

Vom verdammten Glück, keine Zeit zu haben

Schreiben ist ja bekanntlich eine Berufung - oder ein Beruf. Manche Berufsschreiber schreiben allerdings nicht so gerne, müssen aber, weil der Euro sonst nicht rollt. Die Berufenen haben es da besser, zumindest von der Grundstimmung her, denn wer sich selbst als zum Schreiben berufen erklärt oder empfindet, tut das meist ganz gern. Es sei denn, es ist in ihm wie eine Zwangsneurose und er muss es einfach tun, auch wenn er sich innerlich dagegen wehrt.

Mir ist aufgefallen, dass es relativ viele erfolgreiche Schreiber gibt, die auf das Schreiben an sich gut verzichten könnten, wenn es andere Möglichkeiten gäbe, die Gedanken aufs Papier zu bringen. Buchautoren zum Beispiel, die ziemlich erfolgreich mit ihren Büchern sind, müssen sie wohl oder übel schreiben, denn singen oder tanzen klappt nicht wirklich.
Ob diejenigen im Laufe der Zeit einfach die Berufung verloren haben oder zufällig wie die Jungfrau zum Kind zum Schreiben kamen und ohne Hindernisse Schallmauern durchbrachen, konnte ich nicht pauschal in Erfahrung bringen.

Auf der anderen Seite gibt es eben die Leidenschaftler, die Berufenen, die einfach schreiben und schreiben und schreiben. Und sie schreiben sich die Finger wund und werden nix. Weder bekannt noch berühmt und nicht mal kritisiert, weil all das, was aus ihren Fingern strömt, kein Schwein interessiert.

Als Lektorin habe ich oft mit beiden Seiten zu tun - denen, die ungern schreiben, aber viel damit verdienen und sich deshalb quälen und weiterschreiben, auch wenn es ihnen zum Hals raushängt, und mit denen, die schrecklich gern schreiben und noch schrecklich gerner viel damit verdienen möchten, aber nicht dürfen, weil sie entweder so oder so oder so kein Glück haben.

Neulich traf ich jemanden aus finsterer Vergangenheit. Die Freude war überraschend, das Gespräch nett, und ich erfuhr geschmeichelt davon, dass derjenige ab und an die BuchStaben besucht und verfolgt, was ich so treibe. Und dann sagte er: "Mensch, du hast doch wirklich eine geile Klaue, wieso bist du eigentlich noch nicht berühmt?"

Tja, was soll ich sagen - die Frage hat mich etwas verstört. Nicht dass ich das Kompliment nicht verstanden hätte, ich habe sogar brav dankeschön gesagt. Aber es ging mir schon ein bisschen an die Nieren. Wieso eigentlich? Woran mag es liegen?
Wenn man die Milchmädchen-Rechnung aufmacht und Fleiß mit Geduld Komma Glück multipliziert und weiß, dass am Ende Erfolg dabei herauskommt, habe ich wahrscheinlich irgendwo einen Rechenfehler gemacht - als Zahlenlegastheniker verzeihe ich mir das selbst. Oder der Rechenweg war von Anfang an falsch - möglich.

Doch ganz tief in mir und nach so vielen Jahren mit nervösen Fingern und tausenden Seiten voller Text, nach einigen längst vergessenen, aber frustigen eigenen und ganz vielen noch viel frustigeren Fremderfahrungen von anderen Autoren, nach so viel Wissen darüber, wie schwer, wie holprig und wie klinkenputzaufwändig der Weg ist, einen Text - ein Buchmanuskript, um genau zu sein - profitabel irgendwo anzubiedern, nach alle dem, was ich jetzt gar nicht aufschreiben will, weil ich Muskelkater in den Fingergelenken habe, komme ich zu dem Resultat, dass ich verdammtes Glück habe, keine Zeit zum Schreiben toller Bücher zu haben.
Denn wenn sie da wäre, diese Zeit, und ich zusähe, wie die tollen und fertigen Geschichten auf Quillionen von Datenträgern verrotteten, wenn ich selbstvergessen ein Manuskript nach dem anderen schreiben und abspeichern würde, wäre ich sicher ein ganz trauriges Näschen und fände es bald an der Zeit, das Schreiben einfach ganz zu lassen.
Oder ich biederte mich buckelnd bei Verlagen an, mit eingezogenem Kopf, und nähme freundlich dankend deren Kopfschütteln und Buh-Rufe mit nach Hause, um in tiefen Depressionen und Selbstzweifeln zu vermodern.

Das verdammte Glück, keine Zeit zum Schreiben toller und dicker Romane zu haben, weil ich Geld verdienen und deshalb anderer Leute Texte blitzblank hinbekommen muss, ist auch ein Glück, das man erst schätzen lernen muss.
Und solange ich meine tollen kleinen Bücher auch selbst drucken lassen kann, ist die Welt doch in Ordnung, oder?

10. 06. 09

Musik schreiben

Wenn ich arbeite, brauche ich Ruhe, zumindest eine relative Nicht-Unruhe, denn alles andere wäre ... ja, schön, aber nicht so einfach. Das kommt daher, dass ich - zumindest heute noch - "Arbeit" als Beschäftigung mit Texten von oder für Dritte definiere, weil da eben auch Bezahlung fließt, und alles andere vielleicht eher als Beschäftigungstherapie oder so.

Wenn ich aber meine eigenen Sachen schreibe, mich in einem Plot verwirre oder dergleichen, habe ich oft einen Knopf im Ohr, aus dem ziemlich unleise Rock-Rhythmen in mich reinfließen. Irgendwie bilde ich mir ein, dabei besser denken zu können. Wenn ich mich dabei verhasple und anstatt rote Rosen tote Hosen schreibe, hat das auch erst mal weniger rufschädigende Folgen. Ich kann das für mich selbst vertreten.

Über solche Dinge wird unter Autoren gar nicht so oft gesprochen, da geht's dann eher um den Arbeitsplatz insgesamt. Also, schreiben unterwegs im Zug, in Kneipen oder Cafés, mit Stift auf Papier oder per Tastatur am PC, im Grünen oder mitten in der Stadt ... aber wie ist das mit Musik im Besonderen?
Ich finde ja schon seit Jahren, der Buchmesse täte leise, peppige Hintergrundmusik in den Hallen gar nicht schlecht.
Aber manchmal habe ich den Eindruck, das Autoren bzw. Verlage und Musik etwas ist, das gar nicht geht. Da habe ich mir schon regelrecht empörte Blicke und Kommentare eingefangen. Wie, du schreibst UND hörst laute Musik - nacheinander UND gleichzeitig? Is ja nich ...

Ist Literatur - ob aus dem E- oder U-Bereich - tatsächlich etwas, das man nur mit dezent-klassischen Tönen oder in absoluter Stille oder im Massen-Rauschen-Murmeln vollziehen kann? Gibt's außer mir sonst niemanden, der beim Schreiben am Headbangen oder Rumwippeln ist?

Ich fühle mich da grade ein bisschen allein in dieser allgemein angenommenen Stille der Schreibenden. :-(

25. 03. 09

Wortpatenschaft-News

Als Wortpatin bekam ich gestern Post. Ich werfe einfach mal die Mail als Zitat hier rein, ich glaube, das darf ich:

Lieber Wortpate, es gibt allerlei Neues und Schönes!

Erstens: Letzte Gelegenheit, eine Wortpatenschaft für nur 10 Euro zu übernehmen! Ab 1. April (leider kein Scherz!) starten wir mit der Sommerkollektion und neuen Preisen, leider – vor allem, weil wir seit einiger Zeit Mehrwertsteuer abführen müssen*; aber auch wegen zunehmendem Arbeitsumfang bei immer größerer Datenbank. Immerhin haben wir dann 3 Jahre durchgehalten ohne „Tarifanpassung“, „Lohnzuwachs“, „Sonderzahlung“, „Bonuszulage“, einmaliges „Weihnachtsgeld“ oder steuerfreie „Spesenzuschüsse“… (Übrigens auch schöne Wörter! Bei denen man sicher keine Sorge haben muß, sie könnten aussterben.)

Zweitens: Wir werden demnächst ein edles Wörter-Buch herausgeben, welches unsere ersten, mehrere Tausend (Paten-)Wörter vorstellt und deren Paten nennt, nebst Prominenten und hübschen Anekdoten. (Wenn Sie dabei sind, erhalten Sie freilich ein Vorzugsangebot!) Näheres in Bälde per Papierbrief von unserem Partnerverlag; lassen Sie sich überraschen. (Sollten Sie nicht angeschrieben werden wollen, bitte kurze E-Post mit dem Betreff „Kein Buchangebot“ an kontakt@wortpatenschaft.de.)

Drittens: In wenigen Tagen können Sie auf unserer Netzseite nicht nur Wörter suchen, sondern auch die Namen der Paten! Klasse, oder? Wir folgen damit einem mehrfach geäußerten Wunsch. Weitere kleinere Aufhübschungen entdecken Sie gewiß selbst auf unserer Seite….

Und viertens: In Kürze wird jede Patenurkunde eine einmalige, durchlaufende Nummer erhalten, die genau der Vergabereihenfolge folgt. Sie können dann also stolz von sich sagen, zum Beispiel genau der 15 000. Pate zu sein! Das hat doch was.

Und schließlich: Wir geben unser letztes Hemd für Sie – denn das Angebot unserer schmucken Leichthemden mit Wortaufdruck läuft aus. Im Bestand sind noch wenige Einzelstücke, die wir dafür zum reduzierten Preis von 23 Euro anbieten. Bestellen Sie gerne (nach) unter bestellung@wortpatenschaft.de Künftig offerieren wir lässige Umhängetaschen mit einmaligem Aufdruck.


Alles in allem finde ich das eine tolle Sache. Wenn ich jetzt, nach der Umräumerei hier, noch meine Urkunde finde, hänge ich sie auch wieder auf.

16. 03. 09

Läster-Schwester

Ich bzw. wir, also mehrere, um genau zu sein, drei, schrauben ja gerade an einem niedlichen Buch rum. Es behandelt – ganz grob – den Schlankheitswahn. Hö hö.
Heute bin ich wieder tief eingetaucht, besonders in das Kapitel, in dem es um weibliches Konkurrenzdenken geht.
Wie es meine Natur ist – und die der mehreren, also auch der anderen beiden – sind wir natürlich mit Ernst bei der Sache. Und mir ist aufgefallen, dass dieser Ernst ein wirklicher Ernst ist (und kein Paul), denn das "freundschaftliche" Feilschen unter Freundinnen oder Weibern allgemein, wenn es um die Kilos geht, ist etwas, das sich an vielen Stellen wie ein roter Faden durchs wahre Leben zieht.
Mir begegnen da überwiegend zwei Frauentypen: Den einen ist es egal, wie die anderen aussehen, die gucken nicht so genau hin, die kümmern sich eher drum, das eigene Fett wegzukriegen. Und die anderen sind voll des Neides – was anderes fällt mir dazu nicht ein, denn ein ehrliches Gönnen ist mir noch nicht bewusst begegnet – auf die schlankeren Damen, wenn sie selbst aus dem Leim laufen.
Da hört man dann Sätze wie „Guck dir die an, die hat wohl Zeit und Geld genug, um jeden Tag ins Fitnessstudio zu rennen“ oder „Die wills jetzt noch mal wissen“ oder „Die hat der Jugendwahn gebissen …“ Oft hämisch, manchmal gehässig, und immer ein bisschen neidisch.
Seltsamerweise kommen solche Sätze nicht überwiegend von Frauen mit Top-Figuren. Die zicken in anderen Sphären herum, denke ich mal.
Diese Sprüche höre ich überwiegend von denjenigen, die sich vielleicht doch besser mal ums eigene Aussehen kümmern könnten, dann wären sie eine Weile beschäftigt.

Besonders auffällig scheint mir solches Geschnatter und Geläster derzeit aus meiner eigenen Generation zu kommen. Nicht mehr Fisch, noch nicht Fleisch, nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt. Aber in einem Alter, in dem erstaunlich viele beginnen, sich so richtig schön gehen zu lassen. Oder schon länger dran arbeiten. Permanentes Gejammer darüber, dass man einfach nicht abnimmt, aber wehe, die Klassenkameradin von früher geht vorbei und trägt noch 38er Hosen. Oder - fast noch schlimmer - wenn sie in der Zeltabteilung einkauft und sich gar nicht dafür schämt. Dann aber obacht und Kopf eingezogen.

Liegt das an den Frauengenen allgemein? Es zieht sich ja im Grunde durch viele Lebenslagen, dieses Gehacke, Geneide und Geläster.
Ich schließe mich da jetzt aber mal vollkommen aus. FrauD ist anders, gaaanz anders.

Spannendes Thema, aber uralt :-)

15. 01. 09

Deppen_Leerzeichen und Idiotenapo'stroph

Mit Scharmützeln der deutschen Sprache habe ich ja öfter mal zu tun. Immer gut für ein Lächeln zwischendurch, wenn es ausufert, auch zum Augenverdrehen geeignet (oder Augen verdrehen oder Augen-verdrehen?)
Deppen(-)Leerzeichen nennt man gemein_hin auseinandergerissene Wörter, die aus mehreren Einzelteilen bestehen, in ihrer Gesamtheit aber eine neue/andere Bedeutung haben (und deshalb entweder besser zusammenbleiben oder anstelle des Leerzeichens einen Bindestrich haben sollten, damit der durchschnittlich intelligente Leser weiß: Aha! Und bei denen aus unerfindlichen Gründen das Alleinstellungsmerkmal (oder Allenstellung's Merkmal) wörtlich umgesetzt wurde.
Jeder Wort Teil steht also alleine.
Jemand, der Mädchen Jungen Kleidung verkauft, sollte vom BND unter die Lupe genommen werden. Denn entweder treibt er Geschäfte mit Minderjährigen oder er verkauft neben Mädchen und Jungen auch noch Kleidung.
Und mal im Ernst: Wer kommt nicht ins Jubeln, wenn er beim Metzger Rinder Hack Fleisch für 7,99 kaufen könnte. So viel, für so wenig Geld ... da schlägt man doch zu, oder?
Persönlich neige ich zum Rinderhackfleisch, und bestimmt kann man Rinder-Hackfleisch auch noch gut stehen lassen. Der Hervorhebung wegen.

Und dann passiert Folgendes: Die Menschen lernen den Binde-Strich kennen und plötzlich bieten schlaue Geschäftemacher solche ekligen Sachen wie Schnupperfuß-Massagen an. Iihhgitt!

Besonders tückisch können Kleinanzeigen aussehen. Ich kenne es so, dass man z.B. online seinen Text in verschiedene Zeilen eingeben kann - und dann in jeder Zeile eben aufpassen muss, dass sie auch einen Sinn ergibt - und die Anzeige später exakt so auch erscheint.
Passt man allerdings nicht auf oder kennt sich mit der Silbentrennung nicht so gut aus, kann es schnell mal passieren, dass man seiner abzugebenen Wohnung Altbauch-arme verpasst.

Sehr spannend finde ich auch den Kühlen Dichter. War ich doch immer davon ausgegangen, dass gerade Lyriker eine große Herzenswärme und -tiefe besäßen.

Interessant wird es, wenn der Autor sich so gar nicht entscheiden kann und deshalb einfach alle Regeln gleichzeitig anwendet, wie am Beispiel dieser armen Avocado_-_Hühner_-_Suppe zu sehen ist.
Köstlich, vom Geschmack wie vom Wortbau.

Ich erinnere mich dabei gerade an eine Klein-Anzeige, über die ich vor Monaten mal gestolpert bin, aber leider nicht verlinken kann, weil sie in der Zeitung stand und ich Suppen Huhn sie nicht ausgeschnitten habe. Da bot nämlich jemand Deutsch-Nach-Hilfe an. Gegen Bezahlung. Frech, oder?

Das sogenannte Idiotenapostroph gehört - neben den Deppenleerzeichen (klingen diese Titulierungen nicht charmant?) - wohl auch zu den am häufigsten gemachten Fehlern. Wenn man mal bedenkt, dass die meisten Deutschen kaum in der Lage sind, mehrere fehlerfreie (Fehler freie) Sätze hintereinander zu schreiben, darf man sich wundern, dass so viele Unarten aus dem Englischen übernommen werden. Wie z.B. das Genitiv-s. Wobei ich das noch harmlos finde. Peter's, Andrea's (fem) oder Andreas', Willy's und so weiter gibt es ja reichlich.
Bisschen dümmer sehen dann schon CD's, OB's, BH's und Lkw's aus. Man kann bei einigen Dingen sicher streiten, und bei manchen ist es einfach eine Frage des Geschmacks.

Nachdenklich - aber nicht wirklich verwunderlich, denkt man an Pisa's_Studien (ha ha) - machen mich allerdings so Sachen wie nicht's, Nudel'n, Ampel'n, Neujahr's Wünsche, samtag's ...
Und Weihnacht'sganz' tut eigentlich schon weh.

In den Texten, besonders in belletristischen Manuskripten, mit denen ich oft zu tun habe, stolpere ich allerdings nur selten über Weihnacht'sgänze, da begegnen mir eher solche Sachen.
"Mach', dass du weg'kommst"
"Geh' jetzt schlafen."
"Komm' endlich her."
"Bleib' wo du bist."
"Alex's schäbige's Motorrad war nicht's im Vergleich' zu meinen zwei Bike's, die ich, wie immer sonntag's, auf den Hof fuhr', um sie vo'm Staub der Woche zu befrei'n."

Neun, gell? Auf einen Streich bzw. in einem Satz. Der stammt aus einem Manuskript, das ich vor ein paar Jahren lektorieren sollte. Und ich kann versprechen, dass sich diese "Kunst zu schreiben" über alle 180 Seiten zog.
Nach diesem Auftrag habe ich meine Seitenpreise für Lektorate drastisch erhöht.

Ich kann es jetzt nicht so hübsch formulieren wie die Herren und Damen Duden, aber bei solchen komplizierten Wörtern wie "Geh'", bei denen der Problemstrich einen ausgelassenen Buchstaben ersetzen oder kennzeichnen soll, hat sich das verregelt. Das Wort "Geh" ist also ein fertiges Wort mit ohne Apostroph. Klänge ja auch blöd, wenn man sagen würde: "Gehe jetzt ins Bett" oder "Mache dass du ..." oder "Komme endlich her".

So, das woll't ich mal gesagt' haben.
Das Schreib Handwerk ist schon ganz' schön schwer.

Und natürlich hat FrauD sich inspirieren lassen, dazu sind Quellen natürlich da. Reinschauen lohnt sich imme. Vielleicht die Uhr stellen, man verliert sich schnell auf diesen netten Seiten.

Deppenleerzeichen
Idiotenapostroph 1
Idiotenapostroph 2
Zwiebelfisch

Und beim nächten Mal reden wir vielleicht über Groß- und kleinschreibung oder über Kommatitis bzw. Kommaphobie oder über Fremdworte.


PS: Wer in diesem Text Fehler findet, die nicht aussehen, als wären sie absichtlich zum Zweck der Unterhaltung prostituiert worden, darf sie behalten.

16. 10. 08

HHTKs

Das steht für "Hinterländer Hosentaschen-Krimis". Und das ist neu. Meins, sozusagen. Gleich auch die Domain belegt.
Diese witzige Idee ist mir gekommen, als ich traurig in meinen vielen Kurzkrimis gestöbert habe und darüber nachdachte, ob ich sie nun lösche oder ob sich damit noch was anfangen lässt.
Kurz ist meist auch klein, also habe ich sie in ein Postkartenformat gepackt, ein bisschen rumgegegrafikt und nun sind die geboren.
Wie ich sie jetzt unters Volk werfe, weiß ich noch nicht, aber da fällt mir sicher noch was ein.

30. 05. 08

Killer in Serie

Sie erregen das Interesse der Öffentlichkeit und bleiben länger im Gedächtnis der Entsetzten als ihre Opfer. Tragisch, aber wahr.
Im Augenblick muss ich ein bisschen recherchieren und dabei ist mir aufgefallen, was ich eigentlich vorher schon wusste: Es gibt relativ wenig SerienkillerInnen. Und hierunter oft Giftmörderinnen - im letzten, vorletzten Jahrhundert aktiv - oder Todesengel, die meinen, dass verschiedene Alte alt genug wären. Oder Kranke lange genug krank.

Es ist ja nicht so, dass nicht schon genug über diese Serientäter geschrieben wurde. Sicher auch über weibliche von ihnen. Allerdings ist mir erst ein Buch in die Hände gefallen, in denen ein Weib "richtig zur Sache" gehen durfte (weil der Autor es so wollte).
Und genau da überlege ich jetzt: Sind Killerinnen, die - ähnlich wie ihre männlichen Artgenossen übel metzeln, mit vielleicht sogar ähnlichen Motiven oder Gelüsten - nicht gefragt oder traut sich einfach niemand daran, über solche Monster zu schreiben? Ich meine das jetzt rein literarisch, ha ha.

Wie auch immer, ich traue mich und darf ankündigen:
Mercedes Lawin - das Böse. Für irgendwann mal.
Wenn ich fertig bin und krieg das Ding nicht los, stell ich die Story ins Blog. Ich will wissen, ob das funktioniert. Wenn doch, kann sich Thea Dorn schon mal von der Auszeichnung, Deutschlands brutalste Krimiautorin zu sein, verabschieden - hö hö ...

27. 05. 08

Buchstaben

110.000 oder 17.210 - zirka - Zeichen bzw. Wörter habe ich jetzt geschrieben. Seit letzter Woche ... hm, Donnerstag etwa (ohne Sonntag). Der erste von mir selbst ernstgenommene Versuch, aus einer lang ausgebrütetenden Idee, zu der ich eigentlich schon Hunderte von Seiten geschrieben, rumexposiert, ausprobiert ... habe, endlich mal ein handfestes Manuskript zu machen.
Und was soll ich sagen? Wenn man mich lässt, klappt das mit der Disziplin ausgezeichnet.
Ob mal jemand einem gut zahlenen Verlag erzählen könnte, was er mit mir für eine fleißige Autorin bekäme? Rein theoretisch-rechnerisch könnte ich glatt 12 - 15 Romane im Jahr schreiben - so mit 200-250 Seiten. Also unabhängig davon, ob die wer lesen will, rein auf Masse hingedacht.
Aber ich muss ja meistens arbeiten ... ist das Leben nicht gemein?

Ach so, an was ich schreibe? Also gut, überredet, ich werfe mal einen Teaser hier rein (und wehe, den klaut mir einer, dann werde ich stinksauer, den brauche ich nämlich noch):
Stell dir vor, Ted Bundy ist in Gestalt einer Frau zurückgekehrt und lebt mit dir unter einem Dach.

28. 03. 08

Exposieren

Lektoren, und auch Leser, wissen ja bekanntlich alles besser. Mach es vielleicht so, schmeiß das raus, schreib so weiter, schau dir das noch mal an, gib nicht auf, formuliere nicht so umständlich, wiederhole nicht permanent, bau deine Charaktere besser aus, trenne dich von mindestens 12 deiner 27 Handlungsstränge, wo ist dein roter Faden, das ist nicht logisch, lerne erst mal Deutsch ...
Wenn mal so oft und viel in anderer Leute Texten rumwurschtelt, bleibt oft das eigene Schreiben auf der Strecke, sodenn man eben schreiben will.
Manchmal aus Zeitgründen, manchmal, weil man einfach auch mal was anderes machen will außer immer nur lesen und tippen, und manchmal einfach nur deswegen, weil nach einem verdammt langen Arbeitstag das Hirn so ausgedörrt ist, dass es jedes weitere Herumspinnen strikt verweigert.
Ein Ratschlag, den ich schon oft verteilt, aber kaum selbst umgesetzt habe, ist, mit dem Exposee zu beginnen und darauf basierend die Story zu schreiben.
Das ist gar nicht so einfach, wenn man es gewohnt ist, dass einem vollständige und mehr oder weniger anspruchslose Geschichten aus den Fingern tropfen, aber offenbar dann notwendig, wenn man zwar flotte Ideen hat, aber null Plan, wohin man sie führen will.
Beim Schreiben hat man sich da schnell im Buchstabenwald verlaufen.
Ich würde niemals zugeben, dass ich ungezählte Roman- und Thrilleranfänge in meinen virtuellen Schubladen beherberge, von denen ich sicher irgendwann 99% löschen würde, wenn es denn so wäre.
Aber nachdem ich gestern Abend im Bett eine so genannte "runde Erleuchtung" hatte (ich nenne das mal so), habe ich mich heute in aller Herrgottsfrüh dahingesetzt und losgeschrieben, quasi vor mich hin exposiert, was das Zeug hält, und irgendwie scheint jetzt alles ganz logisch vom Anfang bis zum Ende.
Erstaunlich? Eigentlich nicht.
Dabei musste ich mich ganz schön beherrschen, nicht gleich wieder voll in einen Anfang reinzusteigen, denn mit Anfängen habe ich das kleinste Problem. Und da ich gerne thrille, weil ich nicht wirklich geschickt krimi-en kann, konnte ich so meinem Talent, furchtbar komplizierte Knoten zu stricken und Situationen zu kreieren, die ich später nicht mehr aufgefriemelt bekomme, ein Schnippchen schlagen.
Hilfreich dabei war die Frage aller Fragen, die in dem Fall schon die Lösung beherbergte: Was wäre, wenn …? Es war im Grunde der Routenplaner durch einen Irrgarten, mit dem ich problemlos vom Ziel zum Start und wieder zurücklaufen konnte, ohne mich zu verirren.
Damit bin ich jetzt zufrieden und kann irgendwann in aller Ruhe anfangen, die Story zusammenzuschustern.

Aber warum ist das hier wie in vielen anderen Dingen so, dass man gute Lösungen und Ratschläge verteilt wie sauer Brot, sich aber selbst fast nie dran hält?
Ja ja, warum einfach, wenn’s auch umständlich geht?

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Wer lesen kann, ist - klar - im Vorteil



Karen Rose
Todesschrei


Stieg Larsson
Verdammnis


Simon Beckett
Leichenblässe


Peter James
Nicht tot genug


Joy Fielding
Flieh wenn du kannst



Susanne Mischke
Der Tote vom Maschsee


Cody McFadyen
Der Todeskünstler


Sabine Thiesler
Die Totengräberin


Gisa Klönne
Nacht ohne Schatten



Kerstin Gier
Die Patin


Charlotte Link
Die letzte Spur


Elisabeth Herrmann
Das Kindermädchen


Jilliane Hoffman
Vater unser


Achim Albrecht
Im Netz des Chamäleons


Cody McFadyen
Das Böse in uns


Sabine Kornbichler
Gefährliche Täuschung

Ich seh dich