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Staun-Blog

27. 11. 09

Glück ist ...

... laut jemand anschreien zu können, den man schon immer mal anschreien wollte, was bisher aus Gründen der guten Kinderstube vermieden werden musste ...

Könnte so sein. Nicht, dass ich hier auf etwas anspielen wollte - mir fiel nur gerade kein besserer Einleitungssatz ein (ich schwöre).

Mit "Glück ist ..." habe ich es momentan zu tun. Es gibt da in dem Großmanuskript meines aktuellen Lieblingskunden eine Textstelle, in der sich dieser Satzanfang mehrmals wiederholt - sehr passend und treffend - und im aktuellen Stadium meiner Arbeit an diesem Manuskript stieß ich jüngst wieder darüber.

Glück ist ... ja, was ist Glück eigentlich?

... ein lachendes Kind
... gehende Krankheiten
... der Mann und sein Lächeln
... Arbeiten, die Spaß machen
... kein Regen und keine Kälte
... festzustellen, dass 16-Jährige nicht nur Kotzbrocken sein, sondern auch Verantwortung tragen können
... endlich verdienten Feierabend
... Textaufträge, auf die alle Seiten zufrieden schauen
... Rechnungen, die bezahlt werden
... zwei Tage vor dem 1. Advent noch völlig unvorbereitet darauf zu sein, aber zu wissen, dass in zwei Tagen trotzdem alles so ist, wie es sein soll
... ein paar freien Tagen entgegen zu sehen
... Miesmuscheln mit Freunden zu essen und sich dabei über das BuchStaben-Blog zu unterhalten, inwieweit es fremde Privatleben begrabscht
... die Aussicht, ein prinzipiell anstrengendes Scheißjahr wahrscheinlich doch noch angenehm ausklingen lassen zu können
... ein neues Telefon zu bekommen und es schnell zu begreifen
... zu wissen, was man in den letzten Monaten geschafft hat

... beliebig verlängerbar

Glück stimmt gnädig, oder? Man vergisst schnell, was einen ankotzte, was daneben ging, was weniger gut lief und was einen auf 180 Grad gekocht hat. Vielleicht nicht alles - aber einiges. Das Meiste vielleicht.
Unterm Strich bleibt ein sauberes Gefühl mit grimmigen Gedanken ein Einzelheiten, die man doch gerne pflegt.

24. 09. 09

Und keiner hat was gemerkt

Manchmal dauert es eine Weile, bis ich aktuelle Nachrichten verstanden und durchdacht habe und kommentierbereit bin. Das Alter ...

Nach Winnenden wollte ich eigentlich keinen Piep mehr zu Amokläufern sagen, weil mich das durch die Medien ausgelöste Massenelend zunehmend ankotzt und jeder irgendeinen schlauen Satz zu sagen hat, der so wenig ungeschehen macht wie präventiert.

Da sagte ein Mitschüler: „Er war ein ruhiger Typ, zurückhaltend, in den Pausen saß er immer alleine in der Aula.“
Und keiner hat was gemerkt??? Gibt’s doch nicht.
Die B-Hörnchen Zeitung schreibt aufklärenderweise: "Die Polizei stellte den Computer des Jugendlichen sicher und ein Schreiben, das auf die offenbar geplante Tat hinweist. Laut „Bayerischer Rundfunk“ ist darin von einer bevorstehenden „Apokalypse“ die Rede. Zudem soll er sich in psychotherapeutischer Behandlung befunden haben."
Das erklärt natürlich alles. Und ich bin mal wieder froh, dass keiner auf meinem PC rumstöbert, sonst säße ich schon längst fixiert und sediert in einer geschlossenen Anstaltszelle.

Weiteres Indiz: "Der 18-Jährige hört Heavy Metal, kam stets in einem schwarzen Mantel zur Schule, den er auch während seines Amoklaufs trug."
Ich erinnere mich: Als Schülerin hörte ich permanent Hard und Heavey Metal und Co. und trug schwarze Ledermäntel (und Stiefel), die trage ich heute noch – ich liebte lang und schwarz schon lange, bevor es Matrix gab.

NATÜRLICH hat keiner was gemerkt. Wie auch? Welche Mom kriegt ihre Brut schon im Kreissaal in die Arme gelegt mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Amokläufer.“

Das sind Dinge, die sind wirklich nicht toll, aber das Phänomen "Amok" ist uralt. Darüber kann man sich belesen, und früher stand weder Mobbing als Motiv im Raum noch waren Killerspiele und Co. zur Hand
Wir sind doch alle mehr oder weniger gefährdet, irgendwann ins Brüten und anschließend ins Rasen zu geraten.

Ich verstehe wirklich nicht, warum diese Fälle heute so ausgeschlachtet werden. Viel mehr glaube ich, dass gerade diese Wichtignehmerei Motiv dafür sein könnte, das so was - zunehmend in Schulen oder Schülerkreisen - auftritt.
Menschen mit Kaputt innen, die Aufmerksamkeit suchen, greifen zu Dingen, die Aufmerksamkeit wecken.

Und die Welt um uns ist heute so laut, da muss man schon mal laut AMOK schreien, wenn man gehört werden will.

Ach so, wir haben ja Schuldige, z.B. Killerspiele, vor allem aber Computer an sich. Die sind schuld. Keine PCs und Konsolen = keine Killerspiele = keine Amokläufer. So siehts nämlich aus. Hätte Georg R. nur ne Schreibmaschine gehabt, wäre das nämlich nicht so passiert.

05. 06. 09

Totgewichst?

Ich tue mich gleich mal entschuldigen für dieses böses Wort, aber das ist ja nun wirklich mal was anderes.
Sehe gerade, wahrscheinlich wieder als Letzte, das der Kung-Fu-Kill-Bill David Carradine nicht mehr lebend weilt.
Nun möchte ich nicht so gemein sein und laut fragen, warum so ein Greis noch mit Sexspielzeug im Kleiderschrank hantiert, aber eigentlich ist es das, was mich interessiert. Man könnte ja meinen, dass man mit über 70 Jahren alles ausprobiert hat, was es auszuprobieren gibt, und sich - sofern der Body noch mitspielt - zumindest sensitiver den körperlichen Genüssen widmet. Immerhin steigt schon die Gefahr, an einem Orgasmusherzinfarkt zu sterben, mit den Jahren kontinuierlich.

Diesen Abgang finde ich - persönlich - ziemlich peinlich. Muss ja nicht, oder?

17. 05. 09

Nur 153 Mio ...

... kostet das teuerste Buch der Welt. Genie oder Wahnsinn? Was auch immer, ein Lächeln ist es auf jeden Fall wert.
Mal sehen, ob die Auflage (1 Exemplar) zur Frankfurter Buchmesse noch zu haben ist, ha ha.

27. 03. 09

599.999 Euro teurer geworden

So ganz eindeutig kann das kürzlich formulierte Kaufangebot der 1-Euro-Villa doch nicht gewesen sein, sonst wäre der BEsitzer wahrscheinlich nicht himmelsstürmend nach oben gegangen.
Mist, hätte ich doch zugeschlagen.

25. 03. 09

DNA-Patzer?

Das ist eine Nachricht, von der weiß ich nocht nicht recht, was ich von ihr halten soll.
Kann es sein, dass ein ganzer Staat ein Phantom jagt - genauer gesagt das Phantom von Heilbronn - und diese geheimnisvolle Serienkillerin das Produkt eines schlampigen Angestellten ist, weil derjenige die Wattestäbchen, mit dem die Spurensicherung an mindestens 40 verschiedenen Tatorten DNA-Material gesichert hat - selbst verseucht hat?
Ja kaufen die denn nie neue Wattestäbchen?
Ich stelle mir gerade vor, besagte/r Angestellte/r käme dummerweise in die Situation, dass die eigenen DNA in die Datenbanken wandert, und würde nachts von einem SEK aus dem Bett gerissen und als Serienkiller verhaftet.
Wie witzig.

Daraus lässt sich doch sicher Material für einen Krimi holen ...

17. 03. 09

Die 1-Euro-Villa

Ein wahres Schmuckstück, und so nah vor meiner Tür.
Eigentlich sollte man da zuschlagen, oder?
Ich mein ... für 1 Euro ... da kann man ja nicht viel falsch machen ...

13. 03. 09

11 Mio potentielle Killer

Wir können uns in der Zukunft warm anziehen, mein lieber Scholli.
Counter-Strike ist ungefähr 11 Millionen Mal verkauft worden. Einmal auch an mich *schäm*
Nach dem ich gerade Lanus Tweed gelesen habe, in dem sie so lapidar-niedlich das schreibt, habe ich mich ganz schön erschrocken. Sind wir jetzt alle Amok?
Wenn ich aber nun schreiben würde: "Man reiche mir eine Waffe, damit ich amoken kann", krieg ich bestimmt Ärger. Aber ein bisschen Ironie ob solcher sich gebetsmühlenartig wiederholten Meldungen darf wohl sein.

Weiß eigentlich noch jemand, wer an den Amokläufen schuld war, bevor die Killerspiele auf den Markt gekommen sind und es Internet für die Masse gab? Grimms Märchen vielleicht?

05. 03. 09

Make my day

Unter allen banalen News, Tickers und Schlagzeilen gibt es doch immer wieder welche, die mir ein zufriedenes Schmunzeln ins Gesicht zaubern können.

04. 03. 09

Bumsen in Hessen

Was erst mal fröhlich und nach Spaß klingt, hat mich vorhin im ersten Moment doch ein wenig erschreckt. Schuhe kaufen mit dem großen, dem kleinen und einem fremden Kind. Das ging gut. FrauD hat die Brut nämlich im Griff. Dann ab nach Hause über die Umgehung. Die ist zwischen dem Deichgeschäft und dem D'schen Wohnort ungefähr drei Abfahrten lang. Im letzten Drittel ist es dann passiert. Vor uns ein notleidendes Auto (angelehnt an das Unwort des Jahres), davor einer von diesen Kleinstwagen in Schwarz, deren Marke man heute nur noch schwer bestimmen kann, wenn man zu weit weg ist, um sie abzulesen ... die sehen ja irgendwie alle gleich aus.
Binnen zwei Sekunden kam der Schwarze der Leitplanke ziemlich nah - es machte *bums-knirsch-krach* - es wirbelte kurz Staub von der Planke hoch, die ihren Job machte und brav leitete, dann war er wieder zwischen den weißen Streifen, die die Fahrbahn markieren. Und fuhr ungerührt weiter, so als wäre gar nix passiert. Mit relativ vollständig demolierter Beifahrerseite.
Der Notleidende vor uns zeigte uns die Rücklichter und hielt ab sofort dreihundert Meter Sicherheitsabstand.
Erst an der nächsten Ampel konnte ich einen Blick auf das Nummernschild des Schwarzen legen.
Jetzt überleg ich: Müssen die extra zum Bumsen von Aachen nach Hessen kommen?

Sympat(h)ext

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